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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1894-09-01 · Heft 9 (1.9.1894) · p. Seite 215

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 9 (1.9.1894)
Date
1894-09-01
Page
Seite 215 (sequence 23)
Language
German
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215 könnten wir nicht anfangen? Der Text ist da, vollständig fertig." „So?" sagte Meyerbeer, stand auf, ging zu seinem Schreibtisch und entnahm einem Schubfache desselben einen Stoß Noten: „Na und da ist die Musik auch vollständig fertig. Da der Sang der Parzen, hier Gretchen in der. Kirche, hier das seraphische Hosiannah zum zweiten Teil des Faust etc. etc." — Das Werk war somit fertig. Leider aber war das Theater im Winter 1861 nicht mehr frei. Während des folgendes Jahres wurde Meyerbeer durch Krankheit in Berlin znrückgchalten und im Jahre darauf, 1863, beherrschte die „Afrikanerin,, das Reportoir. 1864 starb Meyerbeer und — „der junge Goethe" wurde vergessen. Jetzt nach über 30 Jahren wird er hoffentlich endlich zum Leben erstehen. — Ter Liederkomponist Alexander Krakauer ist aus der Reise nach dem Kurort Gleichenberg am Bahnhofe in Graz, 28 Jahre alt, plötzlich gestorben. Krakauer komponirte viele Lieder und Singspiele, zu denen er die Texte selbst schrieb, die überaus volkstümlich wurden. — Ueber die galizische Landesausstellung lvird berichtet: Die Ausstellung von Gegenständen, die im religiösen Leben der Juden gebraucht werden, bildet einen Hauptanziehungspunkt, denn sie enthält zumeist Altertümer von hohem, künstlerischem Werte. Die Wände des Saales sind über und über mit kostbaren Thoravorhängen behängen, von denen aber keiner jünger als 150 Jahre ist. Die ältesten reichen bis in das 16. Jahrhundert zurück. Auch der Thoravorhang den die Mutter der beiden Märtyrer Reizes gestiftet hat, befindet sich daselbst. In zierlichen Vitrinen und Glasschränken sind Thorageräthe — Kle Kodesch — Kchilder, Kronen rc. aus Silber in gediegener und wahrhaft künstlerischer Ausführung ausgestellt. Altarleuchter, Wandschüsseln und Reflektoren, Waschgeräthe für die Kohanim, Kiduschbecher und Riechbüchsen sind in Fülle vorhanden, doch ist an jedem dieser Gegenstände hohes Alter oder künstlerische Gestaltung zu bewundern. Der majestätische Chanukaleuchter aus der Lemberger vorstädtischen Synagoge wiegt nicht weniger als 16 Centner, und ein Reflektor aus der innenstädtischen Synagoge, mit dem in Messing getriebenen Wappen Sobieski's, hat den Umfang von 2 Meter. Von den alten Hängeleuchtern wird sicherlich der von der Synagoge in Trembowla ausgestellte die Bewunderung aller Kunstkenner erregen, denn er ist ein Meisterstück der reinsten und edelsten Renaissance. Eine 35 Centimeter hohe Thorarolle auf kunstvoll in Silber getriebenen Rollen — Ez Chajim — mit einer mit Edelsteinen gezierten Krone, stammt aus dem Anfänge des vorigen Jahrhunderts und ist Privatbesitz. Eine vergoldete Krone mit Thierstücken in Emaillefeldern ist einen Meter hoch und fast ebenso breit. Etwa 20 Gemeinden in Galizien — Krakau glänzt durch Abwesenheit — haben diese in ihrer Art einzige und auch für die Entwickelung des Kunstgewerbes unter Israeliten höchst lehrreiche Atlsstettung beschickt. Der Katalog enthält einige 100 Nummern. — Man berichtet uns: Es ist wohl erfreulich constatiren zu können,

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