Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 14 (1894)
- Issue
- Heft 9 (1.9.1894)
- Date
- 1894-09-01
- Page
- Seite 214 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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214 nimmt. — Die „Hebrcw Kongregation" in Baltimore hat beschlossen, in Zukunft dem Gottesdienste ohne Kopfbedeckung beizmvohneu- Ist auch dieser Usus in Amerika nicht neu, so gewinnt diese Notiz an Interesse durch die Thatsache, daß der Rabbiner besagter Gemeinde ein Enkel des bekannten (Wunder) Rabbi Elia Guttniacher in Grätz ist. — In New-York haben jüdische Damen einen Arbeiterinnen- Klub für junge jüdische Arbeiterinnen gegründet. Beitrag 20 Zents pro Monat, wofür folgende Unterrichtszweige abends gelehrt werden: Vortragskunst, physische Kultur, Litteratur, Kleidermachen; zwei Abende in der Woche sind der geselligen Unterhaltung gewidmet. Auch ist mit diesem „Klub" ein Kindergarten verbunden, in welchem 35 der Kleinsten bis zuin sechsten Jahre Unterricht erhalten. — Im Repräsentantenhause in Washington wurde am 20. Mai ein Beschluß gefaßt, der besagt, daß Rußland dem Rabbiner Krauskopf, einem Geistlichen Philadelphias, den Aufenthalt in Rußland nicht gestattet habe. Rußland möge seinen Verpflichtungen Nachkommen, sonst müßten alle vertraglichen Verpflichtungen aufhören. Der Beschluß fordert zugleich den Präsidenten der Bereinigten Staaten auf, von Rußland zu verlangen, daß amerikanische Bürger dieselben Rechte haben in Rußland zu reisen unb sich dort aufzuhallten, wie es Russen in den Vereinigten Staaten haben. Herr Dr. Krauskopf halt sich nach neuesten Berichten gegenwärtig in Rußland auf. Meuter, Musik und bildende Kunst. Das einaktige Drama „Christus am Purim" von Bovio, welches vor Kurzem in Italien besondere Aufmerksamkeit erweckte wird in Frankfurt a. M. seine erste deutsche Aufführung erleben und zwar in einer Uebertragung von Otto Eisenschitz unter dem Titel „Ein Oper „der junge Goethe", von welchem ist, wie aus Paris geschrieben wird, r Wort des Erlösers". — Meyerbeer's Werke in der letzten Zeit die Rede war, ahe daran, im Odeon-Theater aufgeführt zu werden. De Bury, der Verfasser des Schauspiels, zu welchem Meyerbeer die symphonische Musik geschrieben hat, erzählte darüber: Charles de la Rounat, der Direktor des Odeon-Theaters in der Zeit von 1856 bis 1867, war von der Idee entzückt, irgend ein Werk aufzusühren, bei welchem Meyerbeer als Mitarbeiter genannt werden konnte. Meyerbeer aber wollte sich Zeit damit lassen, und obwohl alles betreffs des „jungen Goethe" vereinbart war, wagte Bury dennoch nicht, den Meister zu drängen, da er vertrug und jedes Drängen nicht nur sogar ganz in Frage gestellt hätte. I wohl wußte, daß -Meyerbeer derlei nicht unnütz gewesen wäre, sondern die Sache nt Jahre 1860 in Ems war's, wo Bury sich dennoch ein Herz faßte und meinte: «„Apropos, betreffs des „jungen Goethe"—