Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 14 (1894)
- Issue
- Heft 9 (1.9.1894)
- Date
- 1894-09-01
- Page
- Seite 207 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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207 Würzburg eröffnet, daß es nach erfolgter Prüfung bei dem ablehnenden Bescheide vom 12. März d. I. sein Bewenden haben muß. — In der zum Landrabbinats- Bezirk Hildesheim gehörenden Gemeinde Einbeck ist an Stelle des alten Gebetbuches, das der Berliner Gemeinde eingeführt worden, in welchem bekanntlich alle Stellen über die Opfer, über die Engel, sowie alle Gebete um Rückkehr nach Palästina gestrichen sind. — Nr. 38 der „Mitteilungen vom Deutsch-Israelitischen Gemeindebunde" ist erschienen. Pie Nummer enthält die Berichte über die Kassenrevision, das Vermögen des Gemeindebundes, das sich aus 217,453 Mk. beläuft, den Rechnungsbericht sür das laufende Geschäftsjahr und die Erläuterungen für denselben, den Kassenbericht der deutsch-israelitischen Dahrlehnskasse in Leipzig für Frauen und Jungfrauen von 1801—1893, Kassenbericht des Moses Mendelssohn-Stiftes in Dessau pro 1893. Außerdem Mitteilungen über eine außerordentliche Zuwendung der Erben des sel. Kommerzienrats Jacob Israel im Betrage von 1000 Mk. und einer Bibliothek von 1200 Bänden des sel. Lehrers Marcus in Burgsteinfurt, ferner das Statut der Samuel-Kristeller-- Stiftung zur Förderung des Handwerks unter den Juden in Deutschland. Schließlich ein Berzeichniß der Bundesgemeinden, der persönlichen Mitglieder und der Beamten des Gemeindebundes, der nach wie vor (wir bemerken das gegenüber anderen Mittheilungen) unter der gedeihlichen und wahrhaft fördernden Leitung des Geh. San.-Rath Dr. Kristeller verbleibt, durch welche sich der deutsch-israelitische Gemeindebund, der nun bald sein 25jähriges Jubiläum feiern wird, zu so ansehnlicher Bedeutung erhoben hat. — Ter Erlanger Geologe Herr Dr. Blankenhor» wurde vom deutschen Palästina-Verein nach dem heiligen Lande gesandt, um ein Retz meteorologischer Versuchsstationen in Palästina zu organisieren. — In ihrer letzten geheimen Sitzung wählte die Stadtverordneten-Versammlung in Berlin auf fernere sechs Jahre den Geheimen Sanitätsrat Herrn Dr. Kristeller zum Bürgerdeputirteu bei der Deputation für öffentliche Gesundheitspflege. — Man berichtet aus Jarotschi«: Mit dem 1. April trat unser allverehrter Bürgermeister Herr Goldring nach langer segensreicher Wirksamkeit, während welcher er sich des Vertrauens und der Liebe aller Einwohner in vollstem Maße zu erfreuen hatte, in den wohlverdienten Ruhestand. Die städtische Vertretung bewilligte ihm. sein volles Gehalt als Pension und ernannte ihn in Anerkennung seiner Verdienste zum Ehrenbürger. Von den vielen Ehrenämtern, die Herr Bürgermeister Goldring bekleidete, hat er nur das Amt als erster Vorsteher der jüdischen Gemeinde behalten. — Dem Oberpfarrer Herr Dr. Grau in Chemnitz, der früher ein „Friedenswort" herausgegeben, jetzt aber in einem „Nachwort" alle antisemitischen Behauptungen sich angeeignet hat, ist von Seiten des Herrn Rabb. Dr. Mühlfelder in einem „Offenen Brief" (C. Strauß, Chemnitz, 2. Aufl.) eine gründliche Abfertigung zu Teil geworden. In Straßburg wurde der Privatdozent und Bibliothekar Herr