Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 14 (1894)
- Issue
- Heft 9 (1.9.1894)
- Date
- 1894-09-01
- Page
- Seite 196 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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196 welche Werke von vielen Gelehrten verschiedener Confessionen häufig citirt und mit Borteil benutzt werden. Breslau hat seinerseits das Stadium der hebräischen Grammatik in England durch seine Arbeiten über den fraglichen Gegenstand vielfach erleichtert und Dukes bereicherte wiederum das rabbinische Schrifttum mit neuem Material, indem er verschiedene darauf bezügliche Manuskripte in Oxford entdeckte und edierte. In etwas geringerem Maße waren hier zu Lande littcrarisch thätig die sprachgewandten Dr. Löwe, Professor Theodores und Dr. Raphael, »velch letzterer eine Zeit lang ein jüdisch-litterarisches Blatt unter dem Titel ..The Hebrew Review“ redigierte. Alle die oben genannten Männer haben durch ihre Arbeiten aus den verschiedenen Gebieten der jüdischen Wissenschaft und Litteratur das Ansehen der letzteren unter Inden und Christen in größerem oder geringerem Maße gehoben und gesichert, doch scheint nach dieser Richtung hin Tr. Behnish am meisten ge- »virkt zu haben, der die Redaktion des Londoner „Jewish Clironicle“, welche er von Jakob Franklin übernommen hatte, beinahe vierzig Jahre mit Geschick und Umsicht leitete. Unter seiner Leitung wurde das-genannte Blatt ein wichtiges Organ für die Förderung der geistigen Interessen der verschiedenen jüdischen Gemeinden in England und bildete gleichsam ein Forum, wo die von Zeit zu Zeit auf religiösem, litterarischem und sozialem Gebiete auftauchenden Tagessragen offen und unparteiisch diskutiert wurden. Tr. Behnish war zugleich auch Verfasser von verschiedenen anderen litterarischen Arbeiten auf jüdischem Gebiete und verdient namentlich darunter seine in englischer Sprache abgefaßte nach' biblische Geschichte der Juden besonders hervorgehoben zu werden. War nun einmal die Bahn nach der bezeichneten Richtung hin geöffnet, so konnte es nicht fehlen, daß nach und nach jüngere Kräfte in die Fußtapfen der älteren Gelehrten in England traten und das von jenen begonikene Werk weiter fortsetzten. Dies geschah namentlich durch den im Jahre 1870 in London gegründeten litterarischen Verein unter dem Namen „Society of Hebrew Litterature“, und in neuester Zeit durch das Erscheinen der „Jewish jQuaterly Review“, unter der Redaktion der Messrs. Israel Abrahams und E. G. Montcsiore, die einige der bedeutendsten jüdischen und christlichen Gelehrten der Gegenwart zu ihren Mitarbeitern zählt und auf dem Gebiete der gesamten jüdischen Wissenschaft und Litteratur Ersprießliches leistet. Mr. Israel Abrahams ist auch einer der Hauptgründer des jüdisch-historischen Vereins, und des sogenannten „Makkabäer-Clubs", welche beide Vereine vor Kurzem in London ins Leben gerufen wurden, und von deren Existenz man sich verschiedene litterarische und soziale Vorteile verspricht. Ebenso verdienen die von Mr. C. G. Montefivre vor einiger Zeit in Oxford und in London abgehaltenen sogenannten „Hibbert Lectuves“ hier mit Nachdruck erwähnt zu werden. Sie behandeln nämlich ein Thema — die moderne Bibelkritik — das