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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1894-09-01 · Heft 9 (1.9.1894) · p. Seite 194

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 9 (1.9.1894)
Date
1894-09-01
Page
Seite 194 (sequence 2)
Language
German
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—; 194 " erwähnens- und wissenswert sind. Denn, wenn bei irgend einer Ration oder Religionsgenossenschaf: der bekannte lateinische Spruch: l'empora Mutantur et n«8 nmtnnmr in ibis jemals eine passende Anwendung gefunden» so ist dies sicherlich bei den Jn)en in England der Fall gewesen. Auch sie sind, wie die meisten andern Bewohner Englands, mit dem modernen Zeitgeiste fortgeschritten und haben nebstdem in Gemeinschaft mit ihnen einen proportiönirten Teil zum Aufblühen der allgemeinen Cultur des Landes beigetragen. Um dies ausführlich nachzuweisen, hätten wir über einen größeren Raum zu perfügen haben müssen, als die Herausgeber der „Festschrift" jedem Mitarbeiter zur Disposition stellen konnten, und wir werden daher in vorliegender Arbeit nur solche Punkte in kurzen Umrissen zu. berühren haben, die sich speziell auf das innere kulturelle Leben der jüdischen Gemeinden in England beziehen. Doch soll dabei ihr bescheidener Anteil an ler Entwickelung und der Entfaltung der allgemeinen Cultur des Landes, welche während der letzten 40 oder 50 Jahre daselbst stattgefunden, nicht ganz ignorirt uad unerwähnt bleiben. Wenn wir, wie gebührlich, in erster Reihe auf die jüdische Wissenschaft u,d Litteratur in England unsere Aufmerksamkeit richten und ihren jetzigen Zu tand mit jenem vergleichen, worin sie sich etwa vor. einem haben Jahrhundert befunden, so tritt uns sofort ein scharf markierter Contrast entgegen, und zwar ist in dieser Beziehung die Gegenwart der Vergangenheit iei weitem vorzuziehen. Damals waren der sogenannte. „Siddur", das „Machsor" und der „Luach" die Haüptrepräsentanten der jüdischen Wissenschaft und Litteratur in den meisten jüdischen Familien in England, während die ganze Talmud-Litteratur, die nachbiblische Geschichte der Juden und überhaupt Alles, wc s mit dem Judentum im weiteren Sinne des Wortes zusammenhängt, ' ihnen ganz unbekannte Größen waren. Freilich gab es zu jener Zeit einzelne jüdWe Gelehrte hie und da in England, die in den besagten Fächern ziemlich hei nisch waren, aber sie standen nur vereinzelt da und können daher nicht als Maßgebend in Betracht gezogen werden. Ein erfreulicher Umschwung zum Besten trat jedoch hier zu Lande ein, als ungefähr um das Ende der ersten Hälfte des jetzigen Jahrhunderts verschiedene jüdische Gelehrte vom Contchente sich in England, und' namentlich in London» niederließen und daselbst eine neue Heimat für sich gründeten. In erster Reihe darf man wohl mit Recht den seligen Chief Rabbi,' Dr. N. M. Adler, nennen, der im Laufe seiner langen Verwaltung des Oberrabbinats in England durch verschiedene litterarische und i wissenschaftliche Arbeiten auf jüdischem Gebiete und vorzugsweise .durch sein der jüdischen Wissenschaft und förderte. Dr. Adler war auch opus maguum über den Targam das Interesse Litteratur daselbst in aflerkennungswürdiger Weise einer der ersten Gründer des Londoner Jews' College, einer Anstalt zur Heranl bildung von jüdischen Predigern und Lehrern,.die nach und nach eine wichtige

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