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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1894-08-01 · Heft 8 (1.8.1894) · p. Seite 185

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 8 (1.8.1894)
Date
1894-08-01
Page
Seite 185 (sequence 17)
Language
German
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den Wünschen der Rabbinen aus staatsrechtlichen Gründen nicht stattgegeben werden könne. Daraufhin wurden verschiedene Anträge auf Einstellung erhöhter Mittel in den Etat des Kultusministerinins zurückgezogen und beschlossen, die Petition an die Regierung zur Kenntnißnahme hinüberzngeben, soweit es sich um Abhilfe wirklich bestehender Notstände der Rabbinen und ihrer Relikten handelt. — Bei den in Güttingen eingezogenen Landwehrleuten ereignete sich, wie das „Gott. Tgbl." meldet der Fall, daß ein Landwehrmann am letzten Tage der Hebung einem jüdischen Unteroffizier, der ihm eine Anordnung gab, den Gehorsam verweigerte mit der Begründung, er lasse sich von Juden keine Befehle geben. Natürlich wurde er wegen Insubordination sofort in Haft genommen. — Am 2. April fand in Königsberg die 6. Konferenz der jüdischen Religionslehrer des Verbandes der Synagogen-Gemeinden Ostpreußens statt. — Die hessischen Rabbinen überreichten dem Großherzog aus Veranlassung seiner Vermählung eine künstlerisch sehr schon ausgestattete Adresse. — Herr Lehrer Jakob Kramer in Thorn hat am 1. Mai sein 25 jähriges Amts-Jubiläum gefeiert. — Am 14. Mai tagte in Frankfurt a. M. die Generalversammlung des israelitischen Lehrervereins für das Großherzogtum Hessen. — In dem Göthe-Jahrbuch. Hrsg, von Ludw. Geiger (Vierzehnter Band) werden die Briese von Marianne von Eybenberg und von Sara von Grotthuß, zwei durch Reichtum, Geist und Schönheit ausgezeichnete Jüdinnen, die nach ihrem Uebertrilt zum Christentum sich mit hochstehenden Männern vermählten und vom Jahre 1794— 1814 mit Gothe korrespondirten, mitgeteilt. — Nach dem Jahresbericht der Verwaltung der Kuranstalt für arme Israeliten in Bad Soden am Taunus (1893) wurde dieselbe im verflossenen. Sommer von 170 Patienten besucht. — Frau Prof. H. Grätz, die Witwe des verstorbenen Geschichtsschreibers in Breslau wandte sich an Herrn Dr. Harkavi in St. Petersburg mit der Bitte, derselbe möge bei' der Neuausgabe des fünften Bandes der jüdischen Geschichte denselben mit den notwendig gewordenen Veränderungen und Ergänzungen nach dem Stande der heutigen Forschungen versehen. Wie wir hören hat Herr Dr. Harkavi die Arbeit übernommen und können wir einer wertvollen Neuausgabe des Bandes entgegensehen. — Eine „urteutsche" Badeverwaltung giebt es in Heiligenhafcn in Schleswig. Sie beschloß wie das „Oldenburger Kreisblatt" mitteilt, „zum Zwecke der Bewahrung des guten deutschen Charakters" des Heiligenhafener Bades, jüdische Kurgäste von dem Besuch desselben nach Kräften fern zu halten. Es wird deshalb den diesjährigen und späteren Anzeigen die Bemerkung „Jsr. Besuch nicht,-erwünscht" beigefügt werden. — Der antisemitische Parteitag, welcher seitens de? Teutschsozialen für Sachsen, Thüringen und Anhalt abgehalten worden ist, hat die „Tägliche Rundschau" in Berlin zum Publicationsorgan gemacht, auf deren Titel noch immer die Bezeichnung „unparteiische Zeitung" prangt. — Bei der Schulfeier, welche die unter Leitung des Rabbiners Herrn Dr. P. Neustadt stehende hebräische Unterrichtsanstatt in Breslau beging, hielt Herr Dr. Louis Neustadt einen Vortrag über

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