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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1894-07-01 · Heft 7 (1.7.1894) · p. [Seite]

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 7 (1.7.1894)
Date
1894-07-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Äl oiuttsbl Hi tc zur Belehrung über das Judentum für Gebildete aller Honfrslronrn. des Ntenbelssobn Vereins in ^r^ukfurt a. IN. Begriindet und ()crau*i]ei]ebeu 00» Rabbiner Dr. AVvl f Brül l. " Äl'onnementspreis Mk. per ^Zahr. In beziehe,: durch alle Buchlfi-lndlllnqen und Postunstulte,: deS ^u und ^luolandeS. l-t. Jahrgang. Frankfurt a. 'M., boit 1. ^siili 1804. Nummer 7. chegc» de» 'ZZücktchritt in Deutschland. Jeder, der mit der beschichte des Judentums in Deutschland bekannt ist, muß zugeftehen. daß nebst dem Geschäftsantisemitismus und den schlauen Krämern und Wucherern die jüdische Orthodoxie die größten Barteile ans der grassirenden Raserei des Judenhasses gezogen hat. Vergleicht man das rege Leben und Streben innerhalb des Jndentllttls in den vierziger Jahren mit der Stagnation nnd der Totenstille in den neunziger Jahren, so gelangt man zu der Ueberzengnng, daß das deutsche Jlldentnm in» ein Jahrhundert znrnckgegaugen ist. Der frostige Nebel des Judenhasses ist ans die Leiizblüthen des an's Licht strebenden Judentums gefallen nnd sie erstarrten. Zurück in's (Ghetto, riesen die Antisemiten, zurück in's Ghetto-'Judentum, rufen die orthodoxen Wortführer. Beide kämpfen mit gleichen Waffen für verwandte Schnecke, gesiegt hat scheinbar die Orthodoxie, iiub die Früchte ihres Sieges sind die Schaar der Renegaten, der Religionslosen, der achselzuckenden Indifferenten, deren Kontingent größer ist in diesem als in frühen: Jahrzehnten. Warum ist das so? Weil vom Jndentnme selbst längst die Rede nicht mehr ist, nicht mehr war, man hörte nur noch von Talmud, Schntchan-Arnch, Schächten, von Formengebräuchen, ererbten Einrichtungen, von der Größe vergangener Tage nnd der Nichtigkeit der bösen Gegenwart reden und streiten, als gälte es, einige alte Bücher zu retten oder Grabsteine aufzufrischen. Vom Wesen, vom Geiste des Judentums, von der in ihm liegenden Wahrheit, von der Heilskrast und der erlösenden Macht desselben war längst die Rede nicht mehr. Das zu einem Eonglömerat

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