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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1894-04-01 · Heft 4 (1.4.1894) · p. Seite 94

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 4 (1.4.1894)
Date
1894-04-01
Page
Seite 94 (sequence 22)
Language
German
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— 94 \ in Paris, ließ sich dann in Amsterdam nieder und siedelte 1874 nach der Residenzstadt Haag über. Zuerst trat er als Historienmaler auf, und sein Erstlingswerk „Aaron mit seinen Söhnen Eleasar und Jthamar im Allerheiligsten," wie verschiedene Darstellungen aus der niederländischen Geschichte fanden eine günstige Aufnahme. Aber bald wandte er sich einem ganz anderen Gebiete zu, er fand im Leben und Treiben der Fischerbevölkerung der holländischen Küste den unerschöpflichen Stoff, dessen Darstellung den Inhalt seiner künstlerischen Thätlgkeit erfüllte. Wie sehr Israels es verstanden hat, in der Seele dieser Schichten der unteren Volksklasse zu lesen, und wie vollkommen und ungezwungen er den häufig unschönen Realismus mit einer-packenden poetischen und idealen Auffassung zu durchdringen wußte, beweisen vor allem die ungemein zahlreichen Vervielfältigungen seiner Schöpfungen durch Stahlstiche, Radirungen, die ihren Weg in alle Klassen der Gesellschaft gefunden haben. Nach der bisherigen Thätigkeit und Schaffensfreude des Meisters darf man hoffen, daß die Kunst seinem Pinsel noch manche herrliche Schöpfung zu verdanken haben wird. — Der kürzlich verstorbene Hofantiquar Siegmund Pickert in Nürnberg bestimmte 50,000 Mark zu einer Stipendienstiftung, bei welcher Maler, Architekten und Bildhauer in erster Reihe berücksichtigt werden sollen, sowie weitere 50,000 Mark zu einer Handwerkerstiftung. — Der Direktor des Residenztheaters in Berlin Herr Siegmund Lautenbnrg ist von dem Präsidenten der französischen Republik zum „Oktioisr de l’Instruction publique“ ernannt worden. Die erwähnte Decoration ist für hervorragende Verdienste um Kunst und Wissenschaft bestimmt. — Herr Baron Albert Rothschild hat. bei der photographischen Amateur- und Fachausstellung in Paris durch seine Bilder eine» Preis errungen, und namentlich ein Studienkopf wurde als sehr gelungen bezeichnet. Aus diesem Anlasse hat Herr Baron Rothschild eine Stiftung von 10,000 fl. gemacht, deren Zinsen zur Unterstützung von Photographen und deren Wittwen und Waisen dienen sollen. Meferate und Mitteilungen. Gemeindevorsteher Commerzienrat Joseph Bondi. Dresden 1861—1894. Denk- und Dankschrift dem aus dem Gemeinderat Scheidenden von seinen Collegen gewidmet. Beim Austritte aus seinem Amte als Gemeinderat widmen seine Collegen dem verdienten Vorsteher der jüdischen Gemeinde diese Schrift, die am Titelblatt sein Bild trägt. Die Familie Bondi wanderte aus Prag im Jahre 1745, wahrscheinlich durch die von der Kaiserin Maria Theresia über die Juden Böhmens verhängte Vertreibung aus und hat Simon Jsaac Bondi 1751 den

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