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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1894-04-01 · Heft 4 (1.4.1894) · p. Seite 90

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 4 (1.4.1894)
Date
1894-04-01
Page
Seite 90 (sequence 18)
Language
German
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90 Achtbarkeit und Tüchtigkeit die zahlreichen Ehrenstellen Zeugnis ablegen, zu denen er durch das Vertrauen seiner Mitbürger berufen wurde. — In Brünn starb Herr Gemeinderat und Handeskammerrat Heinrich Gomperz. Das Testament des Dabingeschiedenen enthält große Legate für Wohlthätigkeitszwecke. — In Pilsenetz wurden jüngst die Fenster sämtlicher von Juden bewohnten Häuser zertrümmert. — Ein tragisches Geschick hat es gefügt, daß der hervorragende und geistvolle Vertreter der inneren Stadt Wien, ein hochangesehener juristischer Fachmann, ein Parlamentarier und Anwalt von seltenen Erfolgen, durch einen Selbstmord freiwillig seinem Leben ein Ende gemacht. Herr Dr. Heinrich Jaques hat in einem Anfalle von Trübsinn Hand an sich gelegt und das schreckliche Ereignis hat in allen Kreisen der Residenz die lebhafteste Teilnahme geweckt. Herr Oberrabbiner Dr. Giidemann sprach an seinem Sarge. — In Prag feierte der Oberrabbiner-Stellvertreter Herr Dr. Moriz Tauber das Jubiläum seines vor 25 Jahren erfolgten Amtsantrittes als Prediger der Neusynagoge. — Der „Carmel" meldet: Der Obcrrabbincr Herr Jsak Schmelkes in Przemysl, die größte talmudische Au.oritäl in Galizien, ist nun destnitiv zum Oberrabbiner der israel.. Cultnsgemeinde in Lemberg designirt worden. — Der Rabbiner von Belz Josua Rockcach ist aus der Rückreise von Wien nach Belz im Eisenbahncoupe verstorben. — Der Zionsschwiudcl hat auch in England seinen Einzug gehalten. Mehr als 1500 Personen wohnten dem Zionistischen Vortrage des Herrn Oberstlientenants Goldstnid bei. — Eine Menge arbeitsloser Juden begab sich in London am 24; Januar in die große Synagoge in Duke Street im Ostende Londons und verlangte mit dem Ober-Rabbiner Dr. Adler zu sprechen. Vorstellungen nutzten nichts; die Leute erklärten, sie würden bleiben, bis sie Arbeit oder Brot bekommen hätten. Endlich mußte die Polizei herbeigeholt werden, und erst als diese ausgiebigen Gebrauch von ihren Knüppeln gemacht hatte, gelang es, die Lärmenden aus dem Gotteshaus zu entfernen. Diese schrieen dann vor der Synagoge, daß man ihnen entweder Arbeit oder Brod geben solle, und drohten,' sie würden ihre Kundgebung wiederholen. — R. L. Tallqnist, Dozent an der Universität in Helsingfors der Hauptstadt Finnlands, hat eine interessante und zeitgemäße Schrift unter dem Titel „Der Kulturkampf zwischen den Semiten- und den Indo-Europäern" veröffentlicht. Es ist dies eine gründliche Studie, die die weiteste Verbreitung verdient. Dieselbe berichtet ausführlich über den bedeutenden Anteil, den die Juden auf der iberischen Halbinsel an dem Geistesleben ihrer Mitbürger nahmen. — Im italienischen Parlamente hat der dreizehnte jüdische Abgeordnete, ein junger Advokat, Auge Pavia, seinen Einzug gehalten. — Am 30. December 1893 starb in Asolo die Dichterin Eugenie Pavia-Gentilomio-Fortis geb. am 4. Januar 1822 in Mailand. Von ihr erschienen auch mehrere biblische Idyllen wie „Rebecka" „der Tod Jakobs". Sie stand mit dem sel. Sam. David Luzzatto in regem geistigen Verkehr. — Herr Theodor Rcinach wurde nach Ablauf der Funktionsdauer des

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