Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 14 (1894)
- Issue
- Heft 3 (1.3.1894)
- Date
- 1894-03-01
- Page
- Seite 69 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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— 69 — Derenbourg» Breal und Henri Weilt, in der „Academie des Sciences“ ebenfalls vier, die Herren Maurice, Loevy, Lippmann und Bischhoffsheim, letzterer nur als Ehrenmitglied, als solches gehört auch Baron Alphonse de Rothschild der „Academie des Beaux-Arts“ an. — Die israelitische Wohlthätigkeitsgesellschaft in Genua hat ihren Jahresbericht erscheinen lassen und ans Pietät für ihren Gründer und Präsidenten Herrn Adolf Bingenden Namen des Vereines „Societä di Beneficenza Israelitica Adolfo Bingen“ umgewandelt. Signor Adolfo Bingen hatte sich mit so viel Liebe und Interesse des Vereines angenommen, daß er diese Ehre wohl verdiente. — Nach Berona wurde Herr Angelo Carpi als Rabhiner berufen. In Modena, wo einst Rabbi JehudaArjeh den Rabbinatssitz inne hatte, wurde Herr Ginseppe Camro zum Oberrabbiner gewählt. — Die Anzahl der Juden in Italien beziffert sich auf ca. 45 000. Auf ganz Italien entfiele -demnach nicht 1 pCt. von den Juden Europas. Eigentliche Gemeinden gibt es in Italien 84, In Rom wohnen 5600 Juden. Die zweitgrößte Gemeinde Italiens ist die in Livorno mit 4050 Juden. In Turin wohnen 2600, in Venedig 2500' Florenz 2400, Ferrara 1750, Ancona 1700, Modena 1700, Mantua 1430, Mailand 1100, Verona 975, Padua 950 Seelen. Die Zahl von 500 erreichen resp. überschreiten folgende Gemeinden: Casale mit 800, Neapel 650, Pisa 640, Genua 550, Regio 545, Bologna 525 Vercelli 500. — Aus dem Leben des verstorbenen Fürsten Alexander von Bulgarien erzählt Heinrich Renner in der „Vossischen Zeitung" vom 21. November eine ergreifende Episode. Als dieser aus seinem Lande schied, „hatte sich Niemand von der Geistlichkeit eingefunden, nur der Chacham-Baschi, der Obcrrabbincr, war erschienen. Als Alexander den alten Spaniolen erblickte, wollte dieser einige Worte sprechen, konnte aber vor' Schluchzen nur unzusammenhängende Sätze stammeln. Der Fürst sprach etwas zu ihm, worauf der greise Mann vor Weinen fast ohnmächtig wurde. Es war ein Abschied von tief erschütterndem Eindruck, Gerade in seiner Naturwahrheit fühlte auch jeder Fremde, daß hier ein geliebtes Oberhaupt von seinen Getreuen scheide".— Am 31. Januar starb in Zürich Herr Moritz Abraham Stern, früher Professor der Mathematik in Göttingen, ein Mitkämpfer für Reform im Judentum- Theater, Musik und bildende Kunst. In Wien gelangte die Oper „Mirjam“ in drei Aufzügen, Musik von Richard Heuberger, Text von L. Ganghofer zur Aufführung. Tie Handlung spielt auf deutschem Boden, im 15. Jahrhundert. Sic beginnt mit einem Maifeste, das die Bevölkerung mit einem kirchlichen Umzuge, Gesang und Tanz feiert-, Junker Oswald von Brandenburg, ein wüster, gefürchteter Nachtschwärmer, findet sich dabei mit seinen Trinkgenossen ein. Einem derselben, Severin, erzählt er, daß er nach durchzechtcr Nacht sich im Walde schlafen gelegt und „wie im Traume" eine holde junge Maid erblickt habe. Diese, Mirjam ist die Tochter des reichen >