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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1894-03-01 · Heft 3 (1.3.1894) · p. Seite 67

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 3 (1.3.1894)
Date
1894-03-01
Page
Seite 67 (sequence 19)
Language
German
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beläuft sich zur Zeit die Gesamtzahl der Schüler an den höheren reichsländische« Schulen auf 8511. Darunter befinden sich 3927 Katholiken, 3764 Protestanten und 820 Israeliten. — Am 26. December wurde Herr Dr. M. Schreiner als Docent der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums in Berlin feierlich in sein Amt eingeführt, der früher am Lehrerseminar in Budapest als Professor thätig war. — Der Grundbesitz des Baron Hirsch in Argentinien beläuft sich auf ca. 132 000 Hektar und verteilt sich aus folgende Plätze: ' Manricio 24653, Moisesville 10163, Clara 33744, San Antonio 14144 I. de Mayo 7869, San Vincente 9117, Zeballos 9237, San Jose 9950, Spangenberg 4646, Quiroga und Gonzalez 1429, V. Espindola 1316, San Jorge 5670. — In Kojctcin wurde Herr Dr. Salomon Fuchs zum Nachfolger des sei. Herrn Rabbiners Jacob Brüll als Rabbiner gewählt. Hoffen wir daß der Neugewählte sich seinem beruhinten Vorgänger würdig anreihen und den Lichtspuren seines Geistes nachgehen wird. — Unter dem Titel „Zur Steuer der Wahrheit" schreibt uns Herr L. E—r: In Nr- 10554 der „Neuen freien Presse" (11. Januar 1894) findet sich eine Rede des Landtagsabgeordneten Scheicher in der es unter anderem wörtlich heißt: „König David, der gewiß kein Antisemit war, faßte: ,,Multiplicasti gentem sed non niultiplicusti laetitiiim.“ Darum haben auch wir keinen Grund, die deutschen Juden zu vermehren, zumal diese, wenn sie ausgebildet werden, erst recht Feinde des deutschen Volkes werden. Nun darf man wohl von jedem gebildeten, normal veranlagten Menschen mit Recht erwarte», daß er, mag er auch sonst noch, so sehr von judenfeindlichen Gesinnungen erfüllt sein, mindestens doch bei Zitaten aus dem jüdischen Schrifttum^, sich strikte an die Wahrheit halte und diese in keiner Weise verdrehe, was jedoch bei Herrn Scheicher durchaus nicht zutrifft, denn erstens hat König David, die ihm imputirten Worte:' Multiplicasti gentem je. gar nicht ge» sagt, sondern finden sich dieselben in Jeiaias. 9,.2. Zweitens ist die korrekte, authentische und auch rezipirte Leseart kxüwswxßs ,,Lo*) (sed non)" wie Sch. will, (es paßt ihm dies eben in seinen Kmm) sondern „Lau" (et eo), wofür nicht nur das unmittelbar darauf folgende: Sje^freuen sich vor dir, wie bei der Freude des Erntefestes und wie man jubelt, wenn) man Beute teilt, sondern auch der ganze Zusammenhang in der genannten Jesuitischen Prophetie klar und deutlich spricht. Die einzig richtige Uebersetzung ist alt: „Du hast vermehrt das Volk (Israel) und ihm groß gemacht die Freude." Demnach beweist unsere Schriftstelle das gerade Gegenteil von dem, was Herr Scheicher beweisen wollte. Daher — Si tacuisset, philosoplius mansisset. — In Budapest starb am 27. Dezember im Alter von 69 Jahren der ehem. öffentliche Hauptschullehrer Herr M. Ehreutheil. Derselbe war ein begabter jüdischer Schriftsteller, der die jüdische Litteratur mit *) Auch Philippson (Bibelwerk) z. St. bemerkt: Lo gibt durchaus keinen Sinn, daher richtig das Keri Lau u. s. w.

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