Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 14 (1894)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1894)
- Date
- 1894-02-01
- Page
- Seite 47 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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47 höchste Anerkennung fand, siedelte er zu dauerndem Aufenthalt nach Paris über, welches dazumal den Mittelpunkt musikalischen Lebens bildete. Hier schloß 8er junge Rosenhain innige Freundschaft mit Chernbini und Rossini. Das Jahr 1870 nötigte den Künstler, Paris zu verlassen, und er ließ sich nun dauernd in Baden-Baden nieder, wo sein gemütliches Heim den Sammelpunkt hervorragender Künstler und Gelehrten bildete. Einer der prachtvollen Lorbeerkränze, die der Ehrenabend dem Jubilar brachte, war von der Prinzessin A von Fürstenberg gespendet, die sich ebenfalls unter den Anwesenden befand. In Wien wurde zu Ehren des Jubilars ein Rosenhain-Abcnd veranstaltet, an welchem nur Compositionen desselben zur Aufführung gelangten. Meferale und Mitteilungen. Die Targumlitteratur vergleichend agadisch und kritisch philologisch beleuchtet. Heft I. Das Targum Scheni zum Buche Esther, von Dr. S. Gelbhaus, Frankfurt a. M., I. Kausfmann 1803. Aus zerstreuten Zitaten hat Zunz mit genialem Blicke die Pesikta zusammengestellt, und hat durch seine grundlegende Arbeit ein neues Feld der jüdischen theologischen Littcratur eröffnet. Erprobte und bewährte Kräfte haben dieses Feld bearbeitet, und der Name eines S. Bnber ist mit der Erkenntnis der Midrasch-Litteratnr enge verknüpft. Durch seine Arbeit wurden ungeahnte Schätze aus den tief verborgenen Gängen der Vergangenheit an das Tageslicht gefördert. Er hat nicht nur die Arbeit des Bergmannes besorgt, er hat das gewonnene Material auch verarbeitet in seinen Einleitungen und Anmerkungen, mit welchen er die von ihm adirten Werke versehen hat. Doch ein apderes, nicht minder erträgliches Feld harret noch der Bearbeitung, es ist die Targumlitteratur, die von den jüdischen Gelehrten bis nun stiefmütterlich behandelt wurde. Als ob der alte Fluch, der in dem harmlosen talmudischen, s’najim mikro vechod targum verborgen liegt, auf der targumistischen Littcratur lasten möchte, trifft sich unter den zahlreichen jüdischen Gelehrten nur selten einer, der die Erforschung dieses Gebietes sich zum Ziele gesetzt hätte. Man muß daher dem Verfasser Tank wissen dafür, daß er sich dieser Frage angenommen und es versucht hat, nach den grundlegenden Arbeiten des unsterblichen Luzzato und des fei. N. Nathan Adler die Targumim kritisch zu beleuchten. Es ist aber eine andere Frage, ob es angezeigt war eben mit dem Targum scheni den Anfang zu machen. Die Frage, ob dieses Targum eine Paraphrase oder ein Midrasch zum Buche Ester ist steht noch immer unentschieden da. Und wenn Gelbhaus sich für die erste Ansicht entscheidet, so müßte er dafür andere, als die angeführten Gründe geltend machen. Diese können uns nicht davon überzeugen, daß wir es hier mit einem Targum zu thun haben. Die ganze Anlage dieses Targums ist eine midraschische und die weiten Ausflüge, die Anwendung