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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1892-12-01 · Heft 12 (1.12.1892) · p. Seite 286

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
12 (1892)
Issue
Heft 12 (1.12.1892)
Date
1892-12-01
Page
Seite 286 (sequence 24)
Language
German
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286 ihres Lebens, während sein Vater ans dem Judentum austrat. Nach dem Tode desselben wurde die Mutter Otto Dessofs durch die Teilnahme jüdischer Freunde unterstützt und erhalten. Der Knabe war hoch begabt und vollendete seine Gymnasialstudien mit dem besten Erfolge. Als er, nach dem Wunsche seiner Mutter die Universität beziehen sollte, um sich zum Priester auszubilden, erklärte er ganz entschieden, daß er der Musik sich widmeh wolle. Die Mutter war ganz trostlos über den Entschluß ihres Sohnes, obschon er im Leipziger Conservatorium eine hohe Begabung für die Musik an den Tag legte. In der Thal wurde er ein ausgezeichneter Dirigent, war an den verschiedenen deutschen Opernbühnen als, Kapellmeister angestellt, wirkte auch in Wien, wo er mit der Familie des Doctor Jellinek, die er von frühester Kindheit a» kannte, verkehrte und war zuletzt als allgemein geschätzter Kapellmeister in Frankfurt a. M. thätig. Zy den Freunden, welche sich seiner verivitwctcn Mutter aiinahmen, gchürteii John B. Oppen» heimer, Vater des Baron Ludwig Oppenheimer in Leipzig und Geh, Commerzienrath Meyer Magnus, Präsident der israelitischen Gemeinde in Berlin. — „Manassa" ist der Titel eines dramatischen Gedichts von Widmann, in Musik gesetzt von Hegar, welches am 28. Oktober in Köln im achten Gürzenich-Concert zur Aufsührnng gelangte. Anknüpfend an Esra 1, 10 führt uns die erste Scene iy den nach der Rückkehr ans der babylonischen Äefangenschgst wieder anfgebantcn Tempel zju Jerusalem. Esra iEsdras) klagt vor Priester und Volk, daß Manassa, dei: Sohn des Hohenpriesters Jojada, ein heidnisches Weib gefreit habe und läßt die Vorladung des Frevlers beschließen. Zweite Scene: Pastoral-Symphonie, Chor der Schnitter und Schnitterinnen. Manassa geht mit seinem Weibe Nicaso spazieren und macht sie ans den schönen Abend aufmerksam, sie aber will „nur ihn sehen". Sie erfreuen das Publikum mit einem Licbesduett — da kommt die Vorladung, worauf Nicaso und der'Chor frohen Mutes versichern: »Wir folgen Dir! Du sollst uns leiten. Du sollst uns lehren für die Liebe streiten. "In derdritteis Scene erklärt Manassa vor dem hohen Rate, daß er „Gtztt ehre", und zwar „in seinem Weibe", Nicaso singt etwas von heiligsüßen Stünden, Liebesbrand, dessen Flammen Gott selbst schüre, es folgt Licbesduett, Manassa wird verflucht, trotzt aber dem Fluch nach kurzem Schwanken und fordert Jeden, der »treu gleich mir die Gattin hoher liebt, als er den Fluch bethörter Priester fürchtet", zum Zuge »ach Garizim, „des freie» Volkes Altar", auf. Mit dem Chor „Fort aus starren Tempelmauern! Blickt zu Gottes Berg empor", schließt das Gedicht. — Aufsehen in der musikalischen Welt erregt die achtjährige Klavirvirtnosiu Frida Simonson, _ welche jüngst in der Singakademie in Kerlin ein Concert gegeben. — Das stnstspiel in drei Auszügen „die Weisheit des Rabbi" von dem böhmischen Dichtes: Iaroslav Krchlicky ist von dem Herrn Gymnasialprofessor Franz Bauer in Brüün ins Deutsche übersetzt worden. Das Lustspiel wird, auf deutschen Bühnen aufgeführt, von Erfolg sein. Es führt uns an den Hof Rudolfs II. und in das Haus des „hohen Rabbi Loew." Das Stück ist reich an drastischen Situationen und schließt mit dem Satze des Rabbis: Immerdar soll uns die Liebe leuchten, diese heiligste goldne Sabbathlampe. — Von Herrn Emil Elaar, Intendant der vereinigten Stadttheater in Frankfurt a. M., gelangte daselbst ein neues Stück „die Schwestern" zur Aufführung, das großen Erfolg erzielte. — Von Herr» Dr.M. Levin ist erschienen: Bar Kochba, Trauerspiel in fünf Aufzügen tBerlin 1892, Walther und Apolants Verlags- Buchhandlung). Der an sich tragische Stoff, welcher von dem Untergange Bar Kochbas, und Akibas handelt, wird in schwungvollen Versen vorgcführt. — Man

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