Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 12 (1892)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1892)
- Date
- 1892-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2969669-2969947-2969959--3675-2977073- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
f) opIäi[ - uiwsenactafflidu ttaiSbtätte tf zur Belehrung über das Judentum für Gebildete aller Konfessionen. Organ des Mendelssohn-Vereins in Frankfurt a. M. Herausgegeben von Dr. Adolf Brüll. Abonnementspreis Mk. 6 per Jahr. Zn beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten des In- und Auslandes. 12. Jahrgang. Frankfurt a. M., den 1. November 1892. Kummer 11.! Grnest Wenan geboren 27. Februar 1823 zu Trvgnier im Departement CY>tes du Nord, gestorben am 2. Oktober 1892 in Paris. Ein Gedenkblatt. Bon Dr. M. Grün Wald in Jungbunzlau. Noch sehe ich sie vor mir die gedrungene kurze Gestalt, den unverhältnismäßig - großen Kopf, der an Cäsar und Napoleon gemahnte, die durchdringenden und doch so leuchtenden Auge», den sarkastisch lächelnden Mund, kurz die gallische Löslichkeit und die kühne Zurückhaltung des Sohnes der Lrotagno innig miteinander verbunden, die gewaltige Denkerstirne und das stramme Haar, die dem Gesichte Ernest Renan's erst seinen eigentümlichen Reiz und Zauber verliehen. Renan hatte etwas Fascinierendes in seinem Wesen, das immer noch an den katholischen Priester und an die Weiberherrschaft gemahnte, denen er eingestandenermaßen einen großen Einfluß auf sein Denken und Streben zuschrieb, (ganz besonders in den bduillos ästaelmss.) Nun ist er heimgekehrt zu seine» Vätern und es lohnt sich wohl, ganz besonders fiir unsere Glaubensgenossen, das Lebensbild dieses glänzenden Stylisten — und das war Renan in erster Reihe — vor unserem geistigen Auge vorüberziehen zu lassen. E. Renan bewährte an sich in glänzender Weise das Wort der talmudischen Weisen, daß die wirklichen Gelehrten (Jünger der Weisen) in ihrem Alter nicht nur Nichts von ihrer Geistesfrische verlieren und einbüßen, sondern im Gegenteil je älter sie werden, desto mehr Klarheit und Lauterkeit gewinnen, und als ob sie jede Minute ausnützen wollten, gerade im Alter Werke schaffen, welche allein genügen würden, ihren Namen der Nachwelt zu überliefern. Die Wahr-