Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 12 (1892)
- Issue
- Heft 10 (1.10.1892)
- Date
- 1892-10-01
- Page
- Seite 236 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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286 scheinen könne». — Am 2. August 1492 verließen eine halbe Million Juden Spanien und am 8. August 1492 bestieg Ehristoph Eolumbur von Spanien aus seine Schisse um die neue Welt zu entdecken. — Der König von Italien hat Herrn Dr. Elia Faktes, emeritirten Professor der Universität in Mailand, zun Kommandeur des St. Moritz- und St. LazarusOrdens ernannt. — Jüngst wurde dein Papste die Meldung gemacht, daß man in einer Nische der Umfassungsmauer des vatikanischen Gartens einen Stein entdekt habe, der mit einer sonderbaren Inschrift bedeckt sei. Der Papst ließ nun diesen Stein vor ftdi bringen und er erkannte sogleich, daß die Inschrift auf demselben eine hebräisch: oder vielmehr eine phönicische sei. Es wurde nun schleunigst der Conservator des VaticaNs, der bekannte Orientalist De Rosst herbeigeholt,- der bald herausfand daß dies ein jüdischer Grabstein aus den Zeiten der jüdischen Könige sei, de .' später mit anderen jüdischen Altertümern aus Jerusalem nach Rom gebracht worden war. Genannter Orientalist wird nun nächstens eine Uebersetzung dieser wichtigen Inschrift veröffentlichen. Auch eine lithographirte Ausgabe dieser Inschrift soll ehestens erscheinen. — Herr Earl Rosebery will zum Andenken an seine verstorbene Gemahlin (Haiinah von Rothschild) ein neues Rathaus in der Stadt ©«mtsfmij erbauen. — Von Herrn M. Hyamson in Zristol werden die Einleitung und die beiden ersten Abschnitte von Bechajah's „Buch über die Herzenspflichten" in englischer Uebersetzung erscheinen. Die übrigen Abschnitte folgen in vierteljährlichen! Lieferungen im Laufe des Jahres. — Herrn Eduard fntufon, einem der Begründer und jetzigem Haupteigentünier und Herausgeber des „Daich Telegraph," ist von der Königin von England die Baronswürde verliehen worden. — Von Interesse ist die neuerdings in London vollzogene Begründung einer: judenchristlichen patriotischen Allianz (The Christian-Jews’ Patriotic Allianeo( Der Präsident Mark Lrvp (wie es scheint, nicht der gleichnamige Dichter jener kleinen Sammlung von jüdisch-deutschen Liedern, deren eins mit der Überschrift „Israel und sein Maschiach" in Dalman, jüdisch-deutsche Volkslieder, 2. Ausg. Berlin 1981, S. 7l ff.), lebte zuletzt in Nordamerika, wo er aufs eifrigste für die nationale Wiederbelebung des jüdischen Volkes eintrat und dazu anfsorderte. Palästina um jeden Preis, wenn nötig mit Waffengewalt, znniickzugenünnen. Sekretär des Vereins ist Miss. A. Bernstein, jetzt in London «wonach Math. 1891, S. 184, zu ergänzen, im Dienst der Londoner Gesellschaft thätig, bekannt durch den Eifer, mit welchem er früher von London aus die Sache des „judenchristlichen Gebetsbnndes" betrieb. Der Aufruf, mit dem der neue Vebein an die Öffentlichkeit tritt, sagt: „Die judenchristliche, patriotische Allianz hat sich gebildet, um für die geistlichen und nationalen Interessen des jüdischen Volkes zu ivirken. Inden, welche an den Herrn Jesus, den Sohn Davids, den Messias, glauben, verlieren nicht ihre Nationalität; sie bleiben Juden im wahrsten und vollsten Sinne. . . Stammesliebe und Rassenstolz sind stark unser Gottes altem Volke; aber die christgläubigen Juden haben bisher ebenso wie die orthodoxen, die reformglänbigen und andere Juden das Nationalgefühl nicht genügend gepflegt. Die Glieder unserer Allianz versprechen, indem sie dies erkennen und beklagen, in Zukuitft unserem Nationalgeiste durch die Gnade Gottes treu zu sein. - Unsere Herzen sind tiefgebeugt vor Schmerz über den gegenwärtigen verlorenen Zustand «unserer Nation, um so mehr, da er eine Strafe für die Verwerfung des Messias ist; wir beten für das Heil Jerusalems und hoffen eine baldige Wiedereijinahme des heiligen Landes durch uuser schwergeprüftes Volk, als die einzige glückliche Lösung der jüdischen Frage, und glauben, daß bald nach diesem