Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 12 (1892)
- Issue
- Heft 10 (1.10.1892)
- Date
- 1892-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2969669-2969947-2969958--3648-2977045- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
! $»pläij-uräseitscMftäcty onai§MHtte^ zur Belehrung über da^ Judentum für Gebildete aller Konfessionen. Mrgan des Mendelssohn-Vereins in Frankfurt a. M. Herausgegeben von Dr. Adolf Brüll. Abonnementspreis Mk. 6 per Jahr. Zn beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten des In- und Auslandes. 12. Jahrgang. Frankfurt a. M., den 1. Ostober 1892. Kummer 10. Wähnet di« Wege. Aus einer Rede, gehalten von Rabbiner vr. N. Brüll s. A. Und er spricht, „Bahnet bähstet, ebnet den Pfad, räuniet jeglichen Anstoß hinweg von dem Wege meines Volkes." Wer diese Mahnung und Forderung an uns richtet, des sind wir tvohl in den heiligen Festeszeiten uns vollkommen bewußt. Es ist die Stimme Gottes, die in Israel vernehmbar wird und klar ist das Wort jetzt wie zur Zeit als es der Seher zuerst gekündet, und verständlich die Rede, wen» auch ihr Inhalt im Bilde zum Vorschein kommt und UNS des Bildes Sinn und Deutung nicht gegeben ist. Ja gerade dadurch, daß hier nicht auf einzelne Mängel und Schäden, auf einzelne Jrrtünier und Verkehrtheiten, Sünden und Vergehungen, Untugenden und Frevelthate» hingewiesen wird, sondern da mit einem allgemeinen Ausdrucke, unter dem sich Vieles denken läßt, mit einem Bilde, das gar Verschiedenes in sich begreift, die Aufgabe bezeichnet wird, die der Tischri-Mouat an uns stellt und zur ernsten Beachtung für die weitere Zukunft, ans vorlegt, gerade dadurch ist dieser Ausspruch erst anwendbar geworden für alle Zeiten, für alle Lebensverhältnisse und daher auch für unsere Zeit ein Weckruf geworden, der überall an seinem Orte ist, wo Thorheit und Thatenscheu den Trieb höherer Anschauung untergraben und lahmlegen, ein Lichtstrahl, der überall, wo Unvernunft den Geistesblick verfinstert und es Nacht geworden ist auf den Gefilden besseren Strebens, das Dunkel verscheucht, Helle und Klarheit verbreitet, daß es da von neuem tagt und mit dem wieder erwachenden Morgen auch frische Blüte und Regsamkeit sich entfaltet. - i Wir verstehen den Inhalt dieses Spruches, den Sinn dieses Bildes, und wer ihn nicht versteht, der blicke hin auf seinen eigenen Lebenswandel, der führe seine gewöhnliche Denkungsart »ind Sinnjesweise sich vor die Seele und