Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1892-09-01 · Heft 9 (1.9.1892) · p. Seite 211

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
12 (1892)
Issue
Heft 9 (1.9.1892)
Date
1892-09-01
Page
Seite 211 (sequence 19)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2969669-2969947-2969957--3639-2977035
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

211 Aeformgemkinde in London will, daß in Zukunft alle Stellen des Pentateuchs welche sich auf die Opfer, die levitischen Gesetze und das Ceremoniell vor der Bundeslade beziehe», weder während des Goltesdiensles, noch in der Schule zur Verlesung gebracht werden solle». Auch andere Stellen, „welche sich sticht zum Lesen in englischer Sprache" eignen, sollen ausgeschlossen sei». I» Zukunft soll nur eine solche Ausgabe des Pentateuchs, in welcher alle diese besagten Stellen weggelasseu, gebraucht werden. Herr Prof. Mails hat seine Entscheidung noch nicht abgegeben. — Herr Claude Wontefiare in London, der erste Jude, welcher die, sogenannten Hibbert-Vorlesungen in diesem Jahre abhielt, spendete die Hälfte des Erträgnisses dem „Jewith Kollege." — Rev.;S. Spier in Plymouth hat eine merkwürdige Thorarvlle geschrieben. Die Große )er Rolle beträgt 5'r Zoll und sie wiegt bloß 10 Loch. Trotz der geringen Gröse ist die Schrift schön klar und deutlich. Diese merkwiirdige Thorarolle ist im Hause des Mr. Philipp 113, New Bond Street in London ausgestellt. — I» der orientalischen Abteilung des britischen Museums in London ist ein kleines, 8 Zoll langes und 4 Zoll breites Täfelchen mit ungefähr 98 Zeile» in sehr, feiner Keilschrift entziffert worden. Das Täfelchen ist ans Nilschlaiunr hergestcllt. Die Inschrift enthält den Heiratsantrag, welchen Pharao der Tochter eines Körigs von Babylon geiuacht hat. Ohne Zweifel bildet sie eine zweite Ausfertigunz eines etwa um 1.530 v. Chr. geschriebene» Briefes. —Herr Professor Lesart Kimbrosa in Turin ist zum Vize« Präsidenten an der dortigen Königlichen Akademie der Medizin gewählt worden. — Am 6. August feierte Herr Oberrabbiner Marro Wortara in Mantua sein fünfzigjähriges Anitsjubiläum. — In Rom starb der Sectionschef im Kriegsnliiiisterium Commendatore Giaromo Hrbib. — Die musikalische» Kreise sehen mit Spannung der neuen Oper „Christof Columbus" des jungen jüdischen Künstlers Baron Alberto Franchnetti entgegen. Diese Oper wurde speciell für die demnächst abzuhalteude Columbus - Feier compvnirt. Baron Franchetti ist der Coinpositeur der bekannten Oper „Asrael", welche die Runde durch die meisten Theater des Continents gemacht hat. — Ter kürzlich in Genf verstorbene Komponist Anton Wallerftrin, ein geborener Dresdener, hat letztwillig nahmhafte Stiftungen gegründet, deren Verwaltung er dem Stadtrat von Dresden und der dortige» israelit'schen Religionsgemeinde übertrug. Von besonderer Bedeutung ist eine Stiftung, die seinen Namen tragen soll j und mit einem Kapitale von 6000 Mk. ausgestattet ist. Die Erträgnisse dieser Stiftung sollen jedesmal auf drei Jahre an einen befähigten, aus einem deutschen Konservatorium studierenden Musiker, "verliehen werden. — Der Direktor der Natipnalbank in Kopenhagen, Herr Äonferenzrat Levi, ist bei der Katastrophe im Badeorte St. Grevais umgekomnien. Levy, einer der hervorragendsten Finanzmänner > von Dänemark, war im Jahre 1824 in Altona geboren und in Hamburg erzohen. Von 1850 bis 1854 war er bei der Intendantur in Schleswig angestellt, kam daun nach Altona als Münzdirektor und erhielt 1860 de» Posten als Bankdirektvr in Kopenhagen Levy war Mitglied zahlreicher Ausschüsse und Präsident des „Nationalökouomischen Vereins." — Nach der neuesten amtlichen Statistik befinden sich, unter den 304267 Einwohner von Gdelsa 93982 Juden uiud 1334 Karäer. Die jüdische Genieinde Odessa's wird an Größe in Rußland juur von derjenigen in Warschau übertroffen. — Jungst hielt der Verein für Verbreitung von Volksbildung in Petersburg feine General-Versammlung ab. Räch dem Jahresbericht zählte die Gesellschaft im Jahre 1891: 1131 Mitglieder! (davon in Odessa allein 454.) Wie alljährlich hat auch im letzten Berichtsjahr! der Verein viel geleistet. Ver- ' : 18*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.