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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1892-09-01 · Heft 9 (1.9.1892) · p. Seite 206

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
12 (1892)
Issue
Heft 9 (1.9.1892)
Date
1892-09-01
Page
Seite 206 (sequence 14)
Language
German
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— 206 beschuldigt zu haben. Am 5. November würde Gompchen i» die Freiheit entlassen. (Siehe-die Blntheschnldigung in Frankfurt a. Mirn Jahre 1504 von Dr. Lonis Neustadt^ Trier. Sigmund Mayer.) — In Mannheim wurde ei» Verein für jüdische Geschichte und Litteratui.' ins Lebe» gerufen, dessen Statuten in der konstituierenden General-Versammlung vorn 14. Mai 1892 angenommen wurden. — Der in Heidelberg verstorbene Kaufmann Wolffsohn hat der Stadt Hreslau, in der er lange Jahre gewohnt hat, letztwillig 40,000 Mark hinterlasse», deren Zinsen alljährlich an seinem Todestage an bedürftige Personen ohne Unterschied des Glaubens, doch mit Ausschluß von Geistlichen, verteilt werden sollen. Wolffsoh» hat außerdem seiner Geburtsstadt Jnotvrazlaw, zur Errichtung eines Waisenhauses für jüdische Waisenkinder, 400,000 Mark vermacht. — Herr Eharles Gppenheimer, der englische Konsul in Frankfurt a. M.. ist von der Königin in den Nttterstaiid erhoben worden! — Der hebräische Litteratnr-Ve.rei» „Mrkize Nirdamim" versendet seine Jahresrechnung für das siebente Vereinsjahr. Es geht aus derselben hervor, daß das abgelaufene Vereinsjahr nicht unbedeutende Schwierigkeiten bot. Die russische» Censnr-sLerhältnisse, welche selbst als „eingeschrieben" gesandte Packte zur Beförderung an die Vereinsniitglieder in jenem Lande nicht mehr znlassc», ergab eine» Ausfall in der Einnahme, der allerdings durch einen größeren Erlös aus dem Verkauf früherer Jahrgänge ziemlich gedeckt ist. Dagegen ist ein neues Konto über gezahltes Honorar für die Bearbeitung des „Scfer Chasidini" und des „Machsor Vstry" hinzngckominen. Für das neue Vereinsjahr ist zuvörderst die möglichste Fertigstellung der Schlußliefernng der bisherigen Schriften in Ai griff genommen. Dieselbe ist bereits so vorgeschritten, daß die Versendung der Schriften in diesem Jahre rechtzeitig wird erfolgen können. — Sr. Majestät der Kaiser verlieh dem Professor Dennoch in Krrlin, anläßlich des fünfzigjährigen Doktorjnbiläums, den rpten Adlerorden zweiter Klasse. — Man berichtet uns ans Worms, daß das sünfundzwanzigjährige Dienstjubilänm des Herrn Nabb. Dr! Stein daselbst am 3. September d. I. stattfinden wird- — Der Vorstand der ißrael tischen Gemeinde in Königsberg hat die Aufforderung zu einer Preisbewerbfing zum Neubau einer Synagoge in der Lindenstraße ergehe» lasse». —- Aifi 1. Juni feierte die israelische Gemeinde in Hadamar das fünfzigjährige Bestehen des, dortigen Gotteshauses. Herr Rabbiner Dr. Lewinsky aus Weilburg hielt die Festrede. Die ganze Stadt nahm an dem schönen Feste regen Anteil. — Der crfti; jüdische Doktor der Medizin der Freiburger Universität ist nicht viel über hundert Jahr alt. Die „Schwäbische Chronik" vom 6. April 1791 schreibt: „VorKnrzem erhielt auf unserer Universität zum erstenmal ein Mediziner jüdischer Nation den Döktor-Hnt. Er heißt Hochheimer, ist aus Würzburg gebürtig, ein Schüler von Mendelssohn in der Philosophie uyd von Geheime-Rat Hofmann in der--Arznei-Wissenschaft." Derselbe hat bekanntlich 1786 eine Schrift unter dem Titel „lieber Moses Mendelssohn's Tod denen sich Empfindungen über Moses Mendelssohn's Tod in hebiaischer und deutscher Sprache anschließeu," veröffentlicht. — In Worms starb am 20. Juni Herr Moses Mannheimer im Alter von 82 Jahren. Er schrieb: „Zur Geschichte der Inden in Worms." — Ain 22. Mai starb in Berlin Herr Dr. Benedikt Avö-Lallrmant, bekannt durch seine Schrift „das Deutsche Gannertuni" in welcher er mit großer Sachkenntnis den jüdisch-Dentschen Jargon behandelte über den es eine Grammatik geschrieben. Seine Bibliothek auf diesem Gebiete war sehr bedeutend. — In Herlin wurde ein jüdisch-nationaler Verein unter dem Namen „Ifing-Israrl" ins Leben gerufen. Derselbe bezweckt, das Bewußtsein der nationalen Zusammengehörigkeit des jüdischen Volkes zu wecken, 7"

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