Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 12 (1892)
- Issue
- Heft 8 (1.8.1892)
- Date
- 1892-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2969669-2969947-2969956--3596-2976991- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
H»M>> - Ivmensclmstlickiq zur Belehrung über das Judentum für Gebildete aller Konfessionen. Organ des Mendelssohn-Vereins in Frankfurt a. M. Heransgegeben von vr. Adolf Brüll. Abouneineittsprk'is Mk. 0 per Inhr. ' Zn beziehen durch alle Buchhandlungen und Po staust alten des In- und Auslandes. 12. Jahrgang. Frankfurt a. M., den I. August 1892. Dummer 8. Isidore <Loeb. Geboren zu Sulzmatt 1839, gestorben den 2. Juni 1892 in Paris. Ein Gedenkblatt von Dr. M. Grünwald i» Jungbunzlau. Motto: Qui travaillait avant Faurore, peut s’en alleavant le soir. Vom Patriachen Jakob-Israel berichtet zuerst der Midrasch, daß er trotz seines irdischen Ablebens dem Tode nicht verfallen sei, und so haben Israels Lehrer den Satz ausgestellt: „Die Gerechten, welchem Stamme und welchem Glauben sie immer angehören mögen, heißen auch nach ihrem Tode lebendig und lebend." Man mag nun welchen Standpunkt immer einnehmen, den religiös-gläubigen, der an eine persönliche Wiederaufstehung glaubt, oder den strengmaturwissenschaftlicheu unserer Zeit, demzufolge Nichts, absolut Nichts dem Untergange verfällt, sondern nur die Form ändert, es ist das Wort unfern Weisen von dem ewigen Leben der Gerechten ein ebenso inniges als sinniges. Und ein Gerechter, ein Zaddik in des Wortes schönster Bedeutung war der nunmehr verewigte Isidore Loeb, dessen Wirken wir hier kurz skizzieren wollen. In dem kleinen Städtchen Sulzmatt im Elsaß erblickte Isidore Loeb im Jahre 1839 das Licht der Welt. Sein Vater Seligmann Loeb ^var Rabbiner dieses Städtchens, das zum Arrondissement Colmar gehörte. Von seinem Vater erhielt er die unverbrüchliche Liebe und Treue zum Judentume, dessen Hauptlehre selbst nach dem strengen Rabbi Akiba ben Josef, dem Blutzeugen für die Lehre des Judentums, in der Humanität, in der reinen Menschlichkeit, die allen Menschen ein gleiches Recht auf die Freuden des Lebens zusichert, besteht. Und was der fromme Rabi seinem Sohne eingepflanzt, durch Lehre und persönliches Beispiel, also nicht nur gelehrt, sondern vorgelebt, fiel aus den möglichst fruchtbaren Boden bei unserem Isidore Loeb.