Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 12 (1892)
- Issue
- Heft 7 (1.7.1892)
- Date
- 1892-07-01
- Page
- Seite 164 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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164 feit des Herrn S-, welcher auch von der hohen Regierung volle Anerkennung ausgesprochen wurde. Nicht minder bewies die isr. Cultusgenieinde durch Worte der Anerkennung seitens ihres Vorstandes, sowie durch Überreichung eines sehr schönen Geschenkes ihre Dankbarkeit. Ebenso gab die zahlreiche Beteiligung an der Feier von verschiedenen Konfessionen Beweis von der hohe» Achtung, welcher Herr S. sich erfreuen darf. — Man schreibt uns aus Berlin: Die israelitische Volksküche in Kerlin gewährt Knabe» unbemittelter indischer Eltern aus der Provinz, welche ein Handwerk oder technisches Gewerbe et'eritelt wollen freien Mittag- und Abendtisch während der Dauer der Lehrzeit. Nähere Auskunft hierüber ertheilt Herr Herrmann Abraham Berlin S. Alte Jacobstr. 57—50. Die Herren Rabbiner und Lehrer der Gemeinden werden gebeten dies in ihren Kreisen bekannt zu machen. — Es ist uns zugegangen: Zweiter Jahresbericht der Darlehenskasse des Vereins der Hörer der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums unter dem Proteetorate des Herrn Rabbiners Dr, Waybaum zu Kerlin. Dieselbe verdient die thatkrästigste Unterstützung lueitercr K eise der jüdischen Gemeinden in Deutschland, da sie im abgelaufenen Jahre nur über 1034. Mk. 88 Pf. verfügte, die verausgabt wurden. — Fel r Wendelssohn-Kartoldy, dem Enkel des großen Moses Mendelssohn, wurde in Leipzig ein herrliches Denkmal errichtet. Das in Broiice gegossene Standbild v)n etwas über Lebensgröße stellt den Meister dar mit übergeworfeuem Mantel, den Dirigenteustab in der Hand, sich leicht ans das Dirigentenpult stützend. Das Postament ist mit allegorischen Figuren und mit einer Widmung geschn ückt. Das Denkmal ziert den herrlichen Platz vor dein neuen Gewandhause; an dieses knüpft sich nämlich die ruhmvolle Tradition jener berühmten „Leipziger Gewandhauseonzerte", die ihren Weltruf recht eigentlich dem Genie Mendelssohns verdanken, der dieselben von 1835—41 und 1846 und 47 leitete und in ihre: neuen vollkommenen Gestalt schuf. — Das Haus in welchem Mendelssvhn-B rrtholdy das Licht der Welt im Jahre 1809 in Hamburg erblickte, befindet sich in der gr. Michaelisstraße, ist mit Nr. 14 bezeichnet und eine Marmortafel mit nitsprechender Jnsckrift befindet sich über dem Portal. — Bei Gelegenheit einer Audienz, welche Se. Hoheit der Herzog den Herren, Landes-Rabbiner Dr. Weiße und Conimerzienrat fj. Sonnenthal aus Dessau in Ballenstedt am 15. Mai zu irtheilen die Gnade hatte, haben Höchstderselbe seine Mißbilligung über die ai tisemitischen Agitationen und Versammlnngen geäußert und zugleich die Erwartung ausgesprochen, daß die seit jeher in Eintracht lebende Bürgerschaft Dessaus diesen den Klassenhaß erzeugenden Bestrebungen fernbleiben werde. — In Dessau wurde jüngst eine Antisemiten- Versammlung, worin Herr Oberlehrer T r. Förster über die „jüdische Vaterlandsliebe" sprechen wollte, polizeilich aufgelöst. — Vor dem großen Disziplinarsenate des Kauiniergerichts in Kerlin hat die Verhandlung in der Disziplinar-Untersuchungsjache gegen den Landrichter Heri Dr. Liebmann aus Frankfurt a. M. 'stattgefunden. Derselbe war am 6. Februar d> I. von dem Disziplinarsenate des Oberlandesgerichts zu Frankfurt a. 9Ui. zur Strafe der Warnung verurtheilt worden. Die höchste richterliche Disziplin« ebehvrde des preußischen Staates, hat nunmehr ihr Urteil dahin gefällt, daß eine strafbare Handlung nicht vorliege und den Dr. Liebmann deshalb nur der Vorwurf der Uebereilung treffe. Da jedoch eine fernere gedeihliche Thätigkeit des Dr. Liebmann in einer Frankfurter Richterstelle in Frage gestellt worden sei, so hat das Gericht Oie Versetzung in eine andere Richterstelle von gleichem Rang und Gehalt ausgesprrchen. — Zu der Verbindung des Grasen Herbert Kismarck mit der Gräfin Hoyos bemerkt das Stöcker'sche „Volk", diese