Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 12 (1892)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1892)
- Date
- 1892-06-01
- Page
- Seite 142 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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142 Weferate und Witteitungen. Es ist uns zngeganaen: Arba Kanfos. Ein Sendschreiben an den Bischof )r. Korum über den heiligen Rock zu Trier von Dr. Paulus Gaffel (Berlin 1891, Druck und Verlag von R. Rock den Christus getragen gewesen ist. Die Verbessern! im Evangelium Johannes welches „gewebt" bedeutet, Boll). Der Verfasser führt den Nachweis, daß der ein sogenanntes Arba Kanfos (Kleid mit vier Ecken) >g des griechischen Wortes „araphos“ in Arba Kanfos (1.9, 23 ist geistvoll, zumal das griechische Wort, vor Johannes iit der griechischen Literatur nicht anzutreffen ist. — Gesammelte Schriften von Ludwig Philippson. Heransgegeben von Dr. W. Philippson. Lieferung 9—12, (Breslau, Schlesische Buchdruckerei, Kunst- und Verlagsanstalt, vorm. S. Schottlaender.) Die vorliegenden Lieferungen enthalten die Fortsetzung des im vierten Jahrhundert spielenden Romans „Sepphoris und Rom", der den Leser durch die Wärme und Treue des historischen Colorits, durch eine Ireich beivegte Handlung, durch die ergreifende, überzeugende Schilderung iiienscblicher Leidenschaften fesselt. Wir wollen nicht unterlassen, unsere Leser wiederholt auf dies Unternehmen, durch welches dem deutschen Publikum einer seiner besten Erzähler näher gebracht wird, aufmerksam zu machen und ihnen dasselbe cingelegentlich zu empfehlen. — Das Judentum und die Richtjnden. Eine Darstellung der Entwicklung und des Lehrinhalts des Judentums in seiyer universellen Bedeutung von Dr. Adolf Lewin, Rabbiner in Frriburg i. Z. Tjier. Gebr. Maas tL Comp. Verlag 1891. Der Verfasser, der eine umfassende Kenntnis des jüdischen Schrifttums besitzt, behandelt in acht Abschnitten die Morallehre des Judentums und weist nach, daß dieselbe weit entfernt von nationaler Verengung, vielmehr in ihrem Wese» universell und weltumfassend sei, wie denn auch der Gedanke der Brüderlichkeit aller Menschen zuerst in der Bibel ausgesprochen, auch im Talmud mit in erster Reihe betont werde und so den geistigen Mittelpunkt des Judentums bilde, das seinen Bekenncrn" besondere Pflichten ciuflegen will, aber weit entfernt ist ihnen besondere Vorrechte zuznspreche». Das Buch des gelehrten Verfassers ist geeignet, das Judentum ins rechte Licht zu setze», das selbst von sonst kenntnisreichen Männern oft mißverstanden ivird. — Von Wilhelm Preffel's „die Zerstreuung des Volkes Israel" ist der Schlnßbanv (viertes und fünftes Heft) erschienen. (Berlin, Reuther 1889, Preis Mk. 2.80). Der Verfasser bespricht in demselben die Hauptwerke der Midrasch-Litteratur, die Schriften der Kabbalah, die aramäischen Bibelübersetzungen,! die Septungiata und die'Massora und betrachtet, indem er von der späteren Entwicklung der Geschichte des Judentums absieht, die Zukunft desselben, wie sie N.ach den Verheißungen der Propheten zu denken ist. Eigentümlich ist es, daß! (S. 19) dem Verfasser des Jalkut zugemutet wird, er habe die „Gedanken der! Autoritäten der Synagoge" sammeln wollen, in der Absicht, daß sie als Davidisckre Schleudersteine dienen sollen gegen die Feinde Israels! Herr Presset, dessen zumeist an Zunz sich anlehnende Darstellung ganz sachgemäß ist, hat hier ans eitteitt Buchiitel, der nicht vereinzelt dasteht, eine ganz ungehörige Folgerung gezogen^ über die wir, da sie einem Buche von höchst friedlichem Charakter eine ihiü in feiner Weise passende Rolle zuteilt, nicht mit Still-