Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 12 (1892)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1892)
- Date
- 1892-06-01
- Page
- Seite 140 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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140 *- wissenschaftlichen Verdienste um die Erforschung der arabischen Halbinsel die Ev»ima»dkurelasset,l.'j. Classe) des Medjidieordens erhalte». — Seit dem 10. April erscheint iu Wien unter der Redaktion des Schriftstellers Ernst Viktor Zenker ein Wochenblatts ivelches den Titel „Freies Blatt, Organ zur Abwehr des Antiseniitisinus" fuhrt. — Die Bewohner der Stadt Karos-Hidweg waren kürzlich Zeugen eines Aktes seltener und ivirklich echt christlicher Duldsamkeit. In dein Orte starb die in allgemeinem Ansehen stehende Kaufniaiinswittwe Johanna Schwarzenberg. Da der in der Rachbärgcmeinde wohnende jüdische Rabbiner verhindert war' bei dem Begräbnisse derselben zu erscheine», hielt der reforinirte Geistliche Herr Emrrich Ka>!<> der Verblichenen eine ergreifende Grabrede. — In;>rei einander folgenden Vortrags - Abenden des Vereines „Atike Jelnida" in Prag hielt Herr Rabbiner Dr. Nathan Grün zivei Vorträge über die „Altneu- Snnagoge" in Prag. Zn denselben hatte sich eine überaus zahlreiche Zuhörerscbast, welche der Vortragssaal kaum fassen konnte, eingefunde». T)er Redner bot eine sehr lehrreiche, durchwegs ans Originalquellen beruhende, geschichtliche Studie, ivelche die Zuhörer nüt immer mehr gesteigertem Interesse fesselte. Er beihrach die ivechselvollen Ereignisse, welche mit diesem Bethause iu Verbindung ileben und durch Helle Streiflichter auf die Gegenwart gewann der Vortrag deo Herr» Dr. Grün »och besonders an Spannung. Auch in dem zweiten Vorträge über die „Altschnl", jetzt „Tempel", bot der Redner eine hochinteressante Studie dieses nahezu ein Jahrtausend alte» Bethauses. — Herr Dr. pliil. Auerbach. Dozent der Geschichte an der philosophischen Fakultät in |tannj, ist zum Professor an dieser Fakultät ernannt worden. - In Folge schwerer Erkrankung des Herrn Ilidor Löb in Karis, Herausgeber des „liovno des E tu des Juives“, dal die genangle Zeitung einstweilen ihr Erscheinen einstellen müssen. — Im .lounuil des Savaiits veröffentlichte Herr Ernst Renan eine Abhandlung über die Werke PhiloS, wobei er wiederholt Anlaß nahm den Charakter der Inden t» verliert lichen. — Der Deean von Worerstrr predigte am Eharfreitage in der ziaibedrale der Eit» zu l'oiido» und legte Protest ein gegen die Verfolgung der Inden in Rußland- — Wie Gladstone hat sich nun auch der nach ihm bedeutendste Führer der englischen Liberalen Sir William Hareourt über die Judenverfolgungen in Rußland ausgesprochen. Eine Rnniiner der ..Darkest Russin'' veröffentlicht nämlich folgendes Schreiben Hareonrts an ein Mitglied des Londoner russisch-jüdischen Evinitees: „So wie Gladstone kann auch ich nicht »inbin, mein tiefstes Bedauern und meine Verurteilung über die Behandlung der Faden in Rußland anSzndrncken. Wir in England können gar nicht verstehen, ans welchen Gründen inan daselbst eine Ratio» verfolgt, welche überall durch ibren Fleiß, ihre Intelligenz und ihr musterhaftes Benehmen sich auszeichnet. Wir haben in England eine lange Erfahrung bezüglich eines Volksstanimes, der gegenwärtig alle Bürgerrechte in vollen, Maße genießt, und man darf getrost belianpien, daß kein Teil der Bevölkerung sich würdiger der Rechte zeigt, welche sie jetzt besitzen. Dieses Vorurteil gegen die Juden fwelches zu meinem Bedauern nicht bloß in Rußland, sondern auch anderwärts vorherrscht) wird vollständig ividerlegl durch uuiere Erfahrung, die wir von ihnen in allen Klassen unserer Gesellschaft besitzen, wo wir sie als gute Freunde, gute Mitbürger und gute Rnleribanen erkennen und die Beschränknngen und Grausamkeiten, denen die Juden anSgesetzt sind, erscheine» uns nicht blos als ein soziales Verbrechen, sondern als ein politischer Fehler. — Ein Bild. ..Autodafe', das sich in der Galleric zu Aadrid befindet, von FranrkSko Kiyi gemalt, stellt die Hinrichtung,