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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1892-06-01 · Heft 6 (1.6.1892) · p. Seite 139

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
12 (1892)
Issue
Heft 6 (1.6.1892)
Date
1892-06-01
Page
Seite 139 (sequence 19)
Language
German
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139 Jarob Hrandeis unter Teilnahme weiterer Kreise festlich begangen. — Man schreibt lins: Der Lieblingsdichter der Kaiserin von Oesterreich Heinrich Heine soll durch eine verwandtschaftliche Beziehung dem Kaiserhause näher gerückt werden, indem nämlich ein Cousin des Herzogs della Grazia, der vor einigen Jahren eine Enkelilt Karl Heines heiratete, sich mit der Gräfin Waideck, der Tochter des Herzogs Heinrich verlobte. — In Gablonz a. d. U. fand die Grundsteinlegung zu einer neue» Synagoge statt. — In Altsohl verstarb jüngst Herr Ios. Ueichöfeld, ein kenntnisreicher und aufgeklärter Privatmann, in dem wir einen verständnisreichen Teilnehnier an unseren Bestrebungen besaßen. — Am 20. März starb in Wien Frau Marie Kompert, die Wittwe des Dichters Leopold Kompert, im Alter von 71 Jahren. Frau Kompert erfreute sich in weiten Kreisen der Wiener Gesellschaft, mit der sie auch nach dem Ableben ihres Gatten in engen Beziehungen stand, der größten Sympathieen. — Am 23. März feierte Herr Professor Theodor Gomperz in Wien das Doppelfest seines sechzigsten Geburtstages und des fünfundzwanzigjährigen Jubiläums seiner Lehrtätigkeit an der Wiener Universität. — Aus Prag berichtet man: Infolge eines Armeebefehls hat die dienstfreie Mannschaft in den Garnisonen allmonatlich einmal dem Gottesdienste beizuwohnen. Dieser Befehl erstreckt sich selbstverständlich auch auf die Mannschaft der israelitischen Confession und findet zu diesem Zwecke gleichfalls allmonatlich einmal ein Gottesdienst in der Meiselsynagoge statt, bei welchem Herr Rabbiner Dr. Kisch jedesmal eine Preditg hält. — Der im Justizministerium in Ungarn ausgearbeitete Entwurf eines Ehegesetzes bestimmt, daß künftig Glaubensverschiedenheit kein Ehehindernis bildet und daß die Priester aller Kulte die Ehen nur als Mandatare des Staates einsegnen. In allen Fällen, in denen Priester die Eheschließung verweigern, erfolgt sie vor dem Civilstandesbeamten. — Die Errichtung eines jüdischen Gymnasiums in Hudapeft steht durch eine größere Stiftung bevor. Der sel. Herr Anton Freistiidtler de Köves-Györ deponirte »änilich beim Ünterrichtsministerum eine Million Gulden. Dieses Kapital wird so lange unbenutzt bleiben, bis die angesammelten Zinsen 500,000 Gulden betragen, welche dem erwähnten Zweck zugeführt werden, während das Kapital der Familie zurückerstattet werden soll. Schade um soviel Geld zur Aufrichtung confessivneller Scheidewände! — Herr Dr. Kaysrrling, Prediger der israelitischen Neligionsgemeinde in Kudapek, arbeitet derzeit an einem groß angelegten historischen Werke „Die Verdienste der Juden um die Entdeckung Amerikas". Dr. Kayserling begibt sich zu diesem Zwecke in einigen Wochen nach Spanien, wo er die öffentlichen und Privatbibliolheken aufzusnchen gedenkt. Empfehlungsschreiben von hohe» und höchste» Stellen sichern dem verdienstvollen Forscher den Erfolg seiner Reise. — Der Maler £. ttn Kaie jr , der „holländische Wereschagin", hat ein Kolossalgemälde, die Vertreibung der Juden aus Rußland darstellend, vollendet. Das Bild wird auch in Berlin ausgestellt werden; ein Teil der Einnahmen ist für die russischen Juden bestimmt. — Eine Nummer der „Gelterr. Wochenschrift" wurde vor einiger Zeit wegen eines Artikels „Aus dem katholischen Talmud" konfiszirt. In dem genannten Artikel waren Texte aus solchen Lehrbüchern der katholischen Moral, tvelche die Approbation der kirchlichen Oberbehörden erhalten hatten, zusammengestellt. — Herr A. Samuel Schlesinger, Rabbiner in Felsö-Albany, ist am 1. März ini Alter von 76 Jahren verschieden. — Herr Rabbiner Dr. S. Hohn in Audapest stiftete jüngst 4000 fl. ö. W. zu Gunsten des Seminars und der Zöglinge der Lehrerpräparandie. — Der bekannte Afrikareisende Herr Dr. Eduard Glaser hat vom Sultan in Anerkennung seiner 12*

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