Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 12 (1892)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1892)
- Date
- 1892-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Populm! - wissermlinftliclih zur Belehrung über das Judentum für Gebildete aller Konfessionen. Mlgou des Mendelssohn-Vereins in Frankfurt a. NI. Herciusgegcben v 0 I! I)r. Adolf Brüll. Abonnementspreis Mk. <» per Jahr. tfit beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten des In- und ^lnslnndes. 13. Jahrgang. Frankfurt «. 9)?., beit 1. Mai 1892. Kummer 5. Weber die Stellung einiger neuerer Philosophen zum Judentum. Vortrag, gehalten auf Veranlassung des Vereins für jüdische (beschichte und Litteratnr, in Karlsruhe i Großer Rathanssaal) am 11. Januar 1892 von Dr. M. S t e ck e l in a ch e r, Stadt- und Couferenz-Rabbiner in Mannheim. Meine Hochgeehrten!! Die Aufgabe, die ich zu lösen mich anschicke, nämlich die Standpunkte zu I zeichnen, welche einige hervorragende deutsche Philosophen der Neuzeit dem i Judentum gegenüber eingenommen, muß von vornherein als eine recht undank-! bare erscheinen. Gilt es doch, ein Bild zu entwerfen, das viel Schatten und nur wenig Lichtpunkte zeigt. Es ist freilich im Hinblick auf die Gegenwart nicht gerade unzeitgemäß, sich ein Capilel aus der neueren Geschichte des Vorurteils : und der Jrrtümer in Betreff des Judentums in Erinnerung zu bringen; allein ähnlich, wie man der realistischen Tendenz der modernen Kunst entgegenznhalten pflegt, könnten-Sie mir entgegenhalten: Wozu durch unerfreuliche Darstellungen; nur wiederholen, was die Wirklichkeit genugsam darbietet? Wozu ganz dasselbe im Geiste sich vorführen, was man ja ohnehin erlebt? Indes liegt doch hier s die Sache anders. Indem wir auf die das Judentum betreffenden Aeußerungen! der neueren Philosophen von Kant bis auf Lotze achten, gewahren wir keine bloße Wiederholung dessen, was auch die rohe judenfeindliche Litteratnr der Gegenwart zu Tage fördert, wir gewahren vielmehr eine gewisse Entwicklung, eine