Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 12 (1892)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1892)
- Date
- 1892-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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DoMrus - wisMiscliNfilicliq zur Belehrung über das Judentum für Gebildete aller Konfessionen. Mrgan des Nlendelssohn-Oereins in Frankfurt a. M. Herausgegebeii von vr. Adolf Brüll. Abonnelnentspreis Mk. i! per Jahr. Zu beziehen dllrch alle Buchhandlnttgen nnd Postanstalten des In- und Auslandes. 12. Jahrgang. Frankfurt a. M., den 1. April 1892. Kummer 4. Wor vierhundert Jahren. Von Emil Lehmann in Dresden. (Schluß.) Das hierüber erlassene Edict führt 37 einzelne Verdachtsgründe für derartige Rückfälle auf, die zum Teil kennzeichnend für das damalige Leben sind. Darunter folgende: der Neuchrist ist als heimlicher Jude verdächtig, wenn er den Messias erwartet, oder sagt, er sei noch nicht gekommen, er werde kommen, um die Juden aus der Gefangenschaft zu befreien und ins gelobte Land zu führen; wenn er sagt: das Gesetz Mosis mache eben so selig, wie das Christi; wen» er den Sabbath feiert, an ihm ei» reingewaschenes Hemd und bessere Kleider trägt, : ein weißes Tuch auf den Tisch breitet; wenn er koscheres Fleisch genießt, es z wässert und ihm das Blut entzieht; wen» er vor dem Schlachten untersucht, ob i das Messer keine Scharte habe, es über den Fingernagel zieht, das Blut mit Erde bedeckt, hierbei Gebete hersagt; wenn er am christlichen Fasttage Fleisch ißt; »venu er den Versöhnungslag feiert, indem er unbeschuht geht, jüdische Gebete spricht, mit Juden zusammen ist, besonders am Vorabend Andere um Verzeihung bittet; wenn der Vater die Hände aufs Haupt seines Kindes legt, ohne ein Kreuz z« machen und ohne mehr zu sagen, als: sei gesegnet von Gott und von mir; wenn er am 9. Ab und am Esthertage, wenn er Montag und Donnerstag fastet oder kein Fleisch ißt; wenn er jüdische Gebete sagt, indem er den Kopf hebt und senkt, das Gesicht zur Mauer gewendet, nachdem er sich die Hände mit Wasser; oder Erde gewaschen; wenn er Lederrieme» anlegt; wenn er die abgeschnittenen Nägel- oder Haar-Enden aufhebt oder ins Feuer wirft; wenn er das Passahfest begeht, indem er Eppich, Lattich oder andere Gemüse und Kräuter genießt; wenn eir Lauberhütten feiert, was er schon dann thut, wenn er griine Bäume auf-