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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1892-03-01 · Heft 3 (1.3.1892) · p. Seite 66

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
12 (1892)
Issue
Heft 3 (1.3.1892)
Date
1892-03-01
Page
Seite 66 (sequence 18)
Language
German
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der Gemeinde gelangen. — Die Stiftung für gebrechliche und verwahrloste Kinder in Frankfurt a. W. erhielt im Jahre 1890/91 2.538 M. Geschenke, 1106 M- Jahresbeiträge, 712 M. Zinsen, und verausgabte für 27 unglückliche Kinder, sowie für Kleidungsstücke an einzelne Kinder 4220 M. — Herr Sanitätsrnt Dr. Eohn i» Elbing beging am 13. December sein sechzigjähriges Ehrenbürger-Jubiläum- Bald nach Äbsolvirung seiner medizinischen Studien ließ sich derselbe im Jahre 1830 daselbst als Arzt nieder — Ende December wurde die Borstandssitzung des Vereins „Hchawa" in Frankfurt a. W. abgeh'lte». Nach den mündlich gegebenen Mitteilungen des Vorsitzenden und Cassirers ist die Zahl der activen Mitglieder auf 321 und die der Ehrenmitglieder auf 830 angewachse». Der eiserne Fond besteht aus ca. 185,OM M.; an Jahrespensionen konnten ca 12,MO M. verteilt werden. An kranke Lehrer wurden im Laufe des Jahres, 1875 Maus dem Reservefond abgegeben. — In Kerlin wurde ein Verein für jüdische Geschichte und Litteratnr gegründet. — Herr Commerzienrath Louis Simon hat der jüdischen Geineinde in Srrlin 100,000 3)}. gespendet zur Errichtung einer Barache im jüdischen Krankeuhause, welche 70 Betten enthalten soll. — Herr Barost Moritz v. Hirsch hat ein im Lubitzerkreise liegendes Rittergut vom Grafen Hentzel v. Donnrrsmark käuflich erworben und wird dasselbe, wie verlautet, einige Monate im Jahre bewohnen. — Württemberg zählte am 1. December 1890: 1,407,426 evangelische, 609,656 katholische, 12,622 israelitische Einwohner und 6818 Anhänger sonstiger Bekenntnisse. Im Jahre 1890 sind in Württemberg 4 Israeliten zur evangelischen Kirche übergetreten. — Ihre Majestät Königin-Wsttwe Glga hat dem Vereine zur Unterstützung von Wittwen und Waisen isrhelitischer Lehrer Württembergs auch in diesem Jahre eine Gabe von 45 M. gnädigst bewilligt. — Der Israelitische Hiilssverein (Verein zur Beschränkung des Wanderbettels) in Frankfurt a. M. veröffentlicht seinen 9. Jahresbericht. Die Zahl der Mitglieder beträgt 330, welche 9015 M. Beiträge zahlen. An Geschenken gingen 6546 M, an Zinsen 803 M. ein. Verausgabt wurden an 2323 Petenten behufs Unterstützung und Beförderung 7762 M- und für besondere Fälle 13,67f, M. Für Letztere trugen Privatwohlthäter 3504 M., die Israelitische Almosenkasse, der Armenverei», das Armenamt und andere Vereine 1932 M. und Spender bmufs sofortiger Verteilung 1935 M. bei. Gegen 1890/91 zeigt sich, hauptsächlich in Folge der Verfolgungen in Rußland, eine Zunahnre der Petenten um 350 und der Gesamintausgaben um 5242 M. Der Nationalität nach waren unter den Petenten 817 Deutsche 759 Oesterreicher, 637 Russen u. s. w., dem Berufe nach 794 Handwerker, 975 Kaufleute und Händler, 79 Lehrer, 23 Beamte, 39 Studenten, 26 Kellner, 17 Künstler und Schauspieler, 8 Ingenieure und Schriftsteller. Unter 20 Jahren waren 411. über 70: 55, über 80; 8. — Der zweite Staatsanwalt am Landgerichte in Frankenthal Herr Meyer ist zum Landgerichtsrat ernannt worden. — Der Municipalrat in Straßburg schenkte der jüdischen Gemeinde einen Platz für den Bau der neue» Synagoge und gewährte außerdem eine ansehnliche Geldunterstützung. — In KosKowitz wurde Herr Dr. Isidor Hirsch zum Bezirksrabbiner ernannt. — Die Cultusgemeinde in Iungbunzlau verdankt ihrem Mitgsiede Herrn Hermann PollaK, einen genau nach den Regeln der Meßkunst ausgeführten Gräberplan ihres alte» Friedhofes-, Durch denselben werden mehr als 1000 Gräber der Vergessenheit entrissen, da sie nunmehr für alle Zeiten in Evidenz erhalten werden können. Der älteste daselbst verzeichnete Grabstein trägt die Jahreszahl 5363 — 1602. — Frau Dr. Passauer in Wien hat 50,000 fl. für jüdisch-wohlthätige Anstalten gespendet. — Der Hof-

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