Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 12 (1892)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1892)
- Date
- 1892-02-01
- Page
- Seite 46 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2969669-2969947-2969950--3457-2976846- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
46 Besuches daselbst bereitet wurde. Als Antwort aus eine Ansprache des Großrabbiners, der sich aus dein Jahrestag der j idiscben Emancipation in Frankreich bezogen hatte, jagteW. br ifrfijtiitrt: Sie evUncvn mich da an eine der großartigsten Ueberlieferunge» per französischen Republik, zu der nur immer treu halte» wolle». Die Republik kennt keine religiösen Unterschiede, sie sieht in dem Jude» nur den Frqnzosen, den Patrioten, den treuen Uuterthan. — Der Herzog von vallombrosa liu Paris beantragt die Entmündigung seines Sohnes, des Marquis de Moros,! welcher sich als Antisemit versucht hat.^ Mores erhält von seinem s&iterj- 20ÜU0, von seinem Schwiegervater (Hoffman» in Rew-Aork» 60000 Fr.j jährlich, hat aber durch seine tollen Streiche schweres Geld durchgebracht und noch 600000 Fr. Schulden gemacht. — Wie der Pariser Korrespondent der „Oaily Newsberichtet, wurde jüngst das Geburtstagscertifieat der berühmte» Schauspielerin Madame Sarah Kernhardt aufgesnnden. Sie ist nicht, wie sie selbst aiinimmt, zu Havre geboren, sondern eine gebürtige Pariserin und stammt ans dem Onartier lati». Geboren ist dieselbe 1844; ihre Mutter war eine Berlinerin jüdischen Glaubens, welche damals als Putzmacherin in der Uno 4o I'Ucoiv 4o HlöcUoino, wenige Schritte von dem Hanse entfernt, wo Marat lebte und post Charlotte Eorday ermordet wurde, notdürftig ihr Leben fristete. Das Hans, in welchem die große Schauspielerin das Licht der Welt erblickte, ist alt »nd baufällig. Sarah Bernhardt verdacht ihre Erziehung, welche sie in einem Convente in Versailles genoß, dein Banguier M. Meres. — Der jüngst verstorbene Prinz Lucien Konapartr war hervorragender Linguist und interesjirte sich auch lebhaft für die hebräische Sprache- Da er als Spezialstudium die phonetische! Bedeutung der in den verschiedenen Sprachen vorkommenden Buchstaben erwählt hatte, nahm er zu wiederholten Malen Anlaß, sich beim (.'14(4 Uni,Ist in London über die Aussprache der verwandten Tone des hebräische» Alphabets zu insormiren. Ganz besonders interessirte ihn auch der Unterschied der Anssprache bei den sephardischen, aschkenasischen und orientalischen Juden. — Die französische Deputierten-Kammer hat das Budget, de» öffentlichen Gottesdienst für 1802 betreffend, ohne weiteres angenommen. Der jüdischen Gemeinde wurde Folgendes bewilligt: Für das Personal der ) 133,533 Franks; für das jüdische^ der öffentlichen protestantischen und! wurde in einer Summe ausgedrückt 1 t in London, der Stolz und die Zierde , falls das Lektorat für Talmud an gegenwärtig von Herrn S. Schächter Snnagoge» (Großrabbiner und Rabbiner Seminar 22,000 Franks, für Rcparatnre jüdischen Gotteshäuser (diese Bestimmung 38.884 Franks. — Herr (£(niibr Montrfior des modernen Judentums, hat sich erböte der Universität von Cambridge, tvelches versehe» wird, in eine Professur iimgerbandelt wird alljährlich 250 L. St. solange beiznsteuer», als Herr Schächter diese Stelle einnimmt. Das Professorenkolleginm nahm das Anerbicteh des Herrn Montesiore an und besürnwrtete die Errichtung einer Professur für Talmud mit einem jährlichen Oiehalte von 350 L. unter der Voraussetzung, daß 250 L. St. zu diesem Zwecke durch Privatschenkung oder Vermächtnis aufgebracht werden. — Die Zeitschrift,.1hc .lew heb (l>iuuterly Koyiew, edited l,v ,1. Abrahams and C. <;. Montefiore.“ Oktober 1891. No. 13. (London: D. Nuttl enthält unter Anderem die allerletzte Arbeit auf dem Gebiete der biblischen Kritik von dem seligen Prof. Grach. Diese beschäftigt sich ausschließlich mit dem 34. und 35. Kapitel Jesajah's und stellt der Verfasser! die Behauptung auf, daß ersteres vom zweiten Jesajah, und letzteres von einem noch späteren Autor verfaßt lvurde. — La