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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1892-02-01 · Heft 2 (1.2.1892) · p. Seite 40

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
12 (1892)
Issue
Heft 2 (1.2.1892)
Date
1892-02-01
Page
Seite 40 (sequence 16)
Language
German
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40 Koetye über die Strebsamkeit der Süden. Im Januar-Heft des in Weimar erschienenen Blattes „Minerva" 1802, steht ein Aufsatz: „Das Emporkommen der Völker in der Welt, mit der Unterschrift: W. G. Der! Herausgeber der „Minerva" erklärt wenige Wochen früher, also zu Beginn des Jahres l802, daß Goethe für sein Buch einige interessante Arbeiten zu liefern versprochen habe. Endlich wird auch der mit W. G. unterschriebene Aufsatz vo» Dr. Felix Martens in einer späteren Nummer eingehend besprochen — und hier erfährt der Leser, daß der Verfasser des Aufsatzes: „Das Emporkommen der Völker in der Welt", kein geringerer als Goethe war. An einer Stelle heißf es: „Es giebt kein Volk in der Welt, welches nicht von dem Wunsche, empor zu kommen, beseelt tpäre. Selbst die zerstreuten Juden, die noch manche schwere und empfindliche Bedrückung zu erdulden haben, bekunden eine staunenswerthe Strebsamkeit. Man behauptet zwar, der Jude fange es schlau an, emporzukommen, sein einziges Hanptprinzip fei, nur die Geldmacht zu gewinnen. Wie thöricht! Auch andere machen sich groß und auch andern wird die Größe zugeworfen! Jedoch die meisten von denen, die zu Reichthum gelangen in der Welt, werden es mehr oder minher durch Geschicklichkeit und Schlauheit. Jeder, der in der Welt eni'porkomint. muß ein Talent besitzen, mag es nun ei» Talent zur literarischen Auszeichnung, poetischer Wichtigkeit,, oder zum Aufhäufen von Schätzen oder zu anderen Sachen, die eine Größe bedingen, sein. Naturgaben sind das erste Erfordernis für einen husgezeichneten Menschen. Einige werden vonj Freunden emporgezogen und gestützt, andere von Feinden emporgestoßtn; diesen letzteren geht es ain Ende besser, denn Feindschaft ist dauerhafter als Freundschaft! Die Freundschaft zieht oft ihre Hand zurück, wenn man ihrer gerade am meisten bedürftig ist, Feindschaft aber stößt immer vorwärts, so laug sie kann. So hat die allzugroße religiöse Feindschaft gegen die Inden nur dazu geführt, das- Auftreten dieses Stammes entschlossener und energischer zu macheu! Der!Jude kennt seine Feinde bereits Jahrhunderte lang — und daher war es sein flicht zur erkennendes Streben sich emporzuraffen und wenigstens mit der Macht des Geldes zu ivirken! Das Geheimnis, in der Welt emporzukommen, lehrt die Geschichte der Juden. Verfolgt, bedrückt, geschlagen und mißhandelt, sind die >Jnden I mit ihren Freunden und Feinden fertig geworden! War hier ihr Berliist groß, so ersetzte dort reichlicher Gewinn jedwedes Leid. Wirklich, die Jude», können sich auf ihre bewiesene Strebsamkeit, emporzukommen, etwas zu gute thun. Die Lastämter bilden in der Regel mehr als Ehrenämter. Es ist der Mensch ein Wesen, das auf besten gedeiht, wenn ihm so ein Druck von oben gegeben wird; nur darf derselbe nicht zu schwer sein. Siehe die Geschichte der Juden! Ehren recken den Menschen wunderlich i» die Höhe, er wird dünn und bricht zusammen! Wahr ist es, daß die Jude», um emporzukommen, sich gern die Macht des Geldes erwerben wollen, aber wahr ist auch, daß Habgier und Eigennutz. Luxus unb Verschwendung das Streben anderer Völker war, um ihr Ansehen äußerlich eiuporzubriuge». Daß die Juden die Ehre des Kriegers, des Edelmanues nicht kennen, hat auch seilte Veranlassung. Machet die Menschen zu Mensche» und die Charaktere werden sich zeigen. Ich bin des festen 'Glaubens, daß es keine Nation der Erde jemals gegeben hat, die nicht große uneigennützige, hervorragende Menschen geschaffen, die

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