Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 12 (1892)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1892)
- Date
- 1892-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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PopiM-wMeiMkmMliq ottai zur Belehrung über das Judentum für Gebildete aller Konfessionen. Mrgan des!Nendelssphtt-2>ereins in Frankfurt a. 211. - Heransgegeben von Dr. Adolf Brüll. Abouneittelitspreis Mk. 6 per Jahr. Zn beziehen durch alle Bttchhandliingen ltnb Postan^talten des In- und Altslandes. 12. Jahrgang. Frankfurt a. M., den I. Februar 1892. Dummer 2. Sabbatai Jebi und fein Anhang. Bortrag, gehalten im Mendelssohn-Verein zu Frankfurt a. M. von Rabbiner Dr. N. Brüll s. A. l Fortsetzung.) Sabbatai Zebi wurde im Jahre 1626 in Smyrna geboren. Sein Vater Mördachai ernährte seine Familie kümmerlich vom Geflügelhandel und gelangte erst mehrere Jahre nach Sabbatai's Geburt, durch Uebernahme von Agenturen levantinischer Kaufleute, die mit europäischen Geschäftshäusern in Verbindung standen, zu einigem Vermögen Man setzte schon in seiner Jugend aus ihn große Hoffnungen, denn er zeigte eine seltene Frühreife und ein für die Religion in außerordentlichem Maße empfängliches Gemüt. Mit leidenschaftlichem Eifer verlegte er sich, nachdem er reiche talmudische Kenntnisse sich angeeignet hatte, aus das Studium der Kabbala und weihte sein ganzes Leben der Gottesverehrung. Jahre lang saß er in Smyrna in einer kleinen Stube lernend, fastend und betend, ohne sich auf der Straße zu zeigen. Seine Eltern, die nach und nach zu Wohlstand gelangt waren, schämten sich seiner und wollte» ihn gerne dieser Beschaulichkeit entziehen, aber das Volk vergötterte diesen frommen Jüngling, man erzählte sich, daß die Engel des Himtuels mit ihm verkehren und glaubte^ daß er zu etwas Großem auscrsehen sein müsse. Der Ruf seines heiligen Lebenswandels und seiner tiefen Gottesgelehrsamkeit verbreitete sich weit über die Grenzen seiner Vaterstadt und von allen Seiten strömten Neugierige und Wisfensdurstige herzu, um aus seinem Munde Belehrung zu vernehmen. In seinem 18. Jahre erhielt er von dem Smyrnaer Rabbinate den Titel eines ,Chacham' Rabbiners und die Menge der Zuhörer, die sich z» seinem Vorträge < drängten, wurde so groß, daß kein Ziuimerraum sie faßen konnte und er auf freiem Felde sie versammeln mußte. In seinem 20. Jahre heiratete Sabbatai . die Tochter eines der angesehensten Männer in Smyrna, ließ sich aber von ihr ■