Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 12 (1892)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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19 für die Synagoge gethan habe, betrifft, jo ist keineswegs meine Unwissenheit des Hebräischen daran schuld. Ich erinnere mich wohl der hebräischen Gebete von meiner Kindheit her. Der Grund ist eher in meiner Gleichgiltigkeit gegen das Jndenthniii ju erblicken, welches ich in unfruchtbarem. innerem Kampfe finde. Ich bin ein D<ist In diesem Sinne bin ich ein Jude und werde ein Jude bleibe», aber weder gottesdienstliche Handlungen, noch Streitigkeiten aller Reformer im Judenthume werden a» meine Vernunft und an mein Herz appelieren. Seitdem Sie mir aber Moses n»d seine Thora vom rabbinischen Standpunkte aus erklärten und seit ich Heine's Artikel über Moses las. fing ich an wieder daran zu denken. Vergesse» Sie nicht, daß ein Theil meines „Prophet" fnv. einen „Mojes" bestimmt war, den ich, als ich noch sehr jung war, in mcinenl Geiste : fertig hatte, und nur nachdem „Moses" meines Freundes Rossini, dem ich! oft von meiner Idee sprach und weil ich nicht dasselbe Thema behandeln woW, bat ich Scribe mir ein Libretto für einen ^Prophet" zu schreiben und er schuf für mich den „Johann von Leyden." Der berühmte Triumphgesang des Propheten am Ende des zweiten Aktes war in meiner Jugend für Moses bestimmt. Ich verspreche Ihnen, daß ich daran denken werde, etwas für die Synagoge zu schreiben. — Vierzehn Tage später war Meyerbeer todt. *) Monats schau. An Stell« des sel. Herr Prof. H. Graetz wurde Herr Dr. Spann Rabbiner in Pleß als Letzter an das jüdisch-theologische Seminar nach Dreslau berufen und hat derselbe -bereits sein Amt angetreten. — Herr Rabbiner Dr. Goldman« in Gschwege begieng am 1. Dezember sein sechzigjähriges Amtsjubiläum. — Am 14 November beging der Rabbiner der Synagogengemeinde Elberfeld-Karmen Herr Dr. Zacharias Auerbach sein fünfundzwanzigjähriges Amtsjubiläum. Nach einem Festgottesdienst in der Synagoge, bei welchem Herr Rabbiner Dr. Korowitz ans Crefeld die Festrede hielt, statteten der Vorstand des dort. Mendelssohn-Vereins und des israelitischen Wohlthätigkeitsvereins, sowie frühere Schüler dem Jubilar ihre Glückwünsche ab und überreichten ihm in Anerkennung seiner Verdienste kostbare Geschenke. — In Grätz in der Provinz Posen wurde jüngst das von Herrn Kndolf Wosse in Berlin gestiftete Dr. Mosse'sche Krankenhaus eingeweiht. Der Feier wohnten außer dem Stifter und den verschiedenen Ehrengästen die Geistlichen und die städtischen Behörden bei. — Am 5. November feierte Herr Sanitätsrath Dr. Martin Steinthal in Herlin sein siebzigjähriges Doctorjnbiläum. Er ist 1798 in Stendal geboren. — Am 2. November feierte Herr Rabbiner Knttner in Schwedt a. G. sein fünfzigjähriges Amtsjubiläum. Herr Rabbiner Dr. Kngerleider aus Berlin hielt die Festrede. — Am 6. November feierte in Krrlin Herr Kreis-Physicus a. D. Moritz Altmann sein fünfzigjähriges Doctorjubiläum. Er war der erste jüdische Physicus in Deutschland. — Herr Professor Dr. Aron, der Erfinder des bekannten Elektrizitätszählers, welcher kürzlich von der Stadt Paris mit deni ersten Preise gekrönt wurde, hat vom Kaiser den Rothen Adlerorden erhalte». — Am 30. Oktober *) Es existiert von Meyerbeer eine Komposition des 23. Ps. sür 2 Chöre und 6 Solostimmen. 2*