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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1890-12-01 · Heft 12 (1.12.1890) · p. Seite 285

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
10 (1890)
Issue
Heft 12 (1.12.1890)
Date
1890-12-01
Page
Seite 285 (sequence 21)
Language
German
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285 Beförderung des Christentums unter den Jude» in Zerlin von H. Schwabedilsen, die von der Arbeit an den Juden in Jassy berichtet, woselbst unter 90000 Einwohner 500M Juden wohnen, heißt es Seite 7: Ehrfurcht vor den Worten Jesu als eines weisen Lehrers aus Israel kann man unter den Juden häufiger beobachten, Ehrfurcht vor seiner Person, und wollte man ihn auch unter die Propheten Gottes rechnen, wird man seltener finden, aber göttliche Verehrung zu fordern, d. h. daß man mit Juden im Namen Jesu bete, möchte ihnen als eine Verleitung zur Gotteslästerung erscheinen. — Die „Staatsbürgerzeitung" erblickt darin eine Bevorzugung de« Juden, daß von jüdischen Abiturienten eine Prüfung in Religion nicht verlangt wird. Wir wünschen im Interesse der sittlichen Bildung der jungen Leute, daß diese Bevorzugung aufhören möchte, die sich uns eher als Hintansetzung darstellt. — Die Landtagswahlen in Kiederöltrrreich und auch in Wien geben trauriges Zeugnis von der rapiden Zunahme des Antisemitismus in Oesterreich — Der inthronisierte Bischof Dessewffy empfing die unter Führung des Districts-Präsidenten, Commerzialrathes Ignaz v. EisenKädter, erschienene Begrüßungs-Deputation der Eemesvarer israelitischen Genieinden und antwortete auf die Ansprache des Ober-Rabbiners Dr. Worih König: Der Begründer meiner Kirche hat unsere Religion auf den Grundsatz gebaut. „Liebe Gott und deinen Nächsten wie dich selbst." Mein erstes Wort, als ich den hiesigen Boden betrat, war die Versicherung, daß ich den Frieden mit mir gebracht. Damit meinte ich den Frieden gegen alle anderen Confessionen, in dessen Pflege mich keinerlei Confession irre machen kann. Wenn Sie in der Verfechtung irgend einer gerechten Bestrebung einen Fürsprecher brauchen werden, versichere ich Sie, daß ich dort nicht fehlen werde. — In Wien wurde die Deputation des antisemitischen Gewerbetages von Sr. Majestät dem Kaiser in einer Audienz nicht empfangen. — Der Oesterreichische Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand d'Este /wohnte bei seinem jüngsten Aufenthalte in Diör-Windszend im Hause des Gutspächters Herrn Heinrich Wauthner»— Herr Baron Hirsch hat, wie berichtet wird, ip Amerika ausgedehnte Gebiete angekauft, auf denen er die heimathlos gewordenen russischen Juden, und zwar zunächst fünftausend Familien, ansiedeln will. Für die Zwecke der ersten Ansiedelung hat Baron Hirsch zehn Millionen Gulden bestimmt. — Nach dem jüngst aus gegebenen neunundzwanzigsten Jahres-Bericht des Vereins zur Unterstützung mittelloser israelitischer Studirender in Wien 1890 zählt derselbe nur 118 Mitglieder, welche fl. 1252 Beiträge leisteten, gegen 1302 fl. im Vorjghre. Berücksichtigt konnten von 337 Gesuchen nur 261 werden. — In Gars wurde eine Synagoge durch Herr Rabbiner Rosenthal aus Losoncz eingeweiht, welche Herr Eduard Stricker aus eigenen Mitteln erbauen ließ. — Die Oesterreichisch-Jsraelitische Union in Wien nahm an« 27. September wieder ihre Thätigkeit auf. Herr Siegfried Fleischer hielt einen Vortrag über „das Judentum und die Journalistik." — Man schreibt uus: In zwei Monaten'wird das prachtvolle Alterversorgungshaus, zu dem Herr Woses Gartenberg in Drohobyrz auf Anregung seiner Frau Gttilie aus Anlaß des vierzigjährigen Regieruugsjnbiläums des Kaisers von Oesterreich 100,000 fl. ö. W. bestimmte, fertig gestellt sei». — Herr S. A. Appel in Drohobyrz hat die Verschwörung des Fiechw zu Genua von Friedrich von Schiller in hebräischer Uebersetzuug herausgegeben und den Ertrag zur Herstellung einer Ringmauer für den israelitischen Friedhof bestimmt, der bislang nach allen Seiten ganz offen lag. Er hat sich dadurch ein glänzendes Denkmal seines humanen wohlthätigen Sinnes gesetzt und die dankbare Gemeinde fühlt sich ihm für diese edle Thal verpflichtet. — Atn 7. Oktober war der Prinz von Wales als

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