Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 10 (1890)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1890)
- Date
- 1890-11-01
- Page
- Seite 263 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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— 26.4 in Schüttenhofen Herr l)r. Goldhammer und i» Kerskemet Herr Ur. I. Harany. — Am 6. September traf Herr Koppel Keich fein Anit als Rabbiner der vrthodoxen Gemeinde in Kudaprst an. Die Gemeinde hat insofern eine gute Wahl getroffen, als dem Neuerivahlten, einem Enkel deS berühmten geist- und lichtvoücn Rabbiners Kopeke Charif ans Krrb<l, Fantatismns und Unbildung schon von Hanse ans ferne liegen. — Die Landesrabbinjerschnle in Kudapelt wurde im abgelanfenen Jahre in der oberen Abteilung vo»i 47 und in der unteren von 68 Zöglingen besucht. Dem Jahresbericht geht eine gründliche Abhandlung „das mosaischtalinndische Erbrecht" von Prof. W. Kloch voran. Für das Jahr 1890/91 wurde die Preisanfgabc: „Entstehung und Entwicklung der synagogalen Liturgie bis zum Auftreten der Poetanim" gestellt. Es ist gutes Zeichen von der segcnsvollen Wirksamkeit dieser Anstalt wenn der! „Israelit und Jeschnrun" schreibt: Das Landesrabbinersemiuar zu Budapest hat bei den Theologen, die daselbst herangebildet wurden vergesse» für „ein Fnnkchfn jüdisch-religiösen Geistes" zu sorgen. Es wird von drei aus dieser Anstalt hervorgegangencn Rabbinern berichtet von denen der eine das Geigerische Gebetbuch einführte, ein zweiter hat, Geiger in einer öffentlichen Schrift de» größten jüdischen Theologen des Jahrhunderts genannt und seine Ansichten über Thora und Religion gebilligt. Ein dritter hat sogar von der Kanzel herab verkündigt, daß sich die jüdische Religion Zeit und Umständen füge» und anpassen muß, uub daß die Satzungen nur solange Gesetzeskraft besitzen, bis sie mit den jeweiligen Landesgesetzen nicht collidieren. — In Koth-Ianowih, wo nur vier jüdische Familien leben wurde Herr %. vondörfer zum Bürgermeister gewühlt. — In Köhmen leben nach de» Ergebnissen der Volkszählung vom Dezember 1889 90000 Inden bei einer Gesammtbevölkerung von 5,851,812 Personen. — Am 4. August hat die 18. ordentliche Generalversammlung des „Israelitischen Kehrervereins in Köhmen" stattgefnnden. — In Wien erscheint monatlich zweimal unter Redaktion des Herrn Arthur S. Weilsmann, ei» jüdisches Blatt unter dem Titel „der unparteiische Beobachter. Ein Organ für jüdische Cnlturinteressen". In Kolomea erscheint vom 1 September unter dem Titel „Jüdische Bolszeitnng" ein Blatt in Jargon unter der Redaktion des Herrn L. Gottlieb. — Zum Schulinspektor der Pester israelitischen Knltusgemeinde wnrde der Herr Dr. Kernhard Wuntrürsi gewählt. Munkncsi machte mit Unterstützung der Akademie ethnologisch-philologische Reise» unter den mit den Ungarn verwandten Volksstämmen Rußlands und wurde von der Akadeniie anläßlich der letzten Jahresversammlung in Anerkennung seiner wissenschaftlichen Leistungen zum korrespondirendeir Mitgliede gewählt. — Die Herrn Ferdinand und War Keck wurden in den ungarischen Adelsstand erhoben. — Herr Hof- und Gerichtsadvoeat Dr. Arnold! Kapoport in Wien wurde in den Adelstand mit dem Prädikate, „Edler von Porada" erhoben. Herr Rapoport- Porada ist ei» Enkel des seel. Prager Oberrabbiners S. L. Rapoport, des Mitbegründers der moderne» jüdischen Wissenschaft, der eiltem alten weitverzweigten Gelehrten-Geschlechte entstammte, in welchem Geistesadel stets zu finden ivar. — Am 8. September wurde die neuerbaute Synagoge in Vrosha^a eWeweiht. — In Aeubidschow tvurde die nenrenovierte Synagoge im Beisein der Spitzen der Behörden und der Geistlichkeit ihrer Bestimmung übergehe». Die Festrede hielt Herr Rabbiner 1)r. Koewy, anknüpfend an den Spruch des Propheten Jesaia „denn mein Hans wird ein Gotteshaus genannt für alle Völker", die einen tiefen Eindruck auf die Hörer machte. Herr Rabinatscandidat Kahn hielt hierauf eine Predigt in böhniischer Sprache, den gesanglichen Teil leitete