Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1890-08-01 · Heft 8 (1.8.1890) · p. Seite 192

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
10 (1890)
Issue
Heft 8 (1.8.1890)
Date
1890-08-01
Page
Seite 192 (sequence 24)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2969669-2969933-2969942--2995-2976679
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

— 192 — i und gestattete den Juden den Ankauf von Staatsgütern bei öffentlichen Lizitationen. 1787 wurde den Lehrern der jüdisch-deutschen Schule ist Prag gestattet in die Christenstadt zu überfipbetn- Diese Schrift, auf Originalquellen aus den Archiven des MiuiUHuhls in Wien beruhend, ist äußerst wertvoll und beachtenswert. — Im Verlag vost Meyer & Müller in Kerlin ist Erschienen: Jerusalem und Caesarea. Ein historisches Essay mit besonderer Rücksicht auf die Bedeutung Caesarea's für Judentum und Christentum voit Dr. Adolf Kosenzweiy. Ausgehend von den Gegensätzen, welche Jerusalem und Caesarea bildeten, die schon in den Kön gen David und Herodes liegen, schildert der Herr Verfasser au der Hand von Qr ellen die Geschichte dieser beiden Städte, von denen man sagen kann, wenn die eine jubelte, weinte die andere. Caesarea war nicht nur der Vorort Roms in Palästina, sondern auch der Ausgangspunkt des Christentums, in welcher dasselbe mit dem Heidentum sich verband durch Paulus, während es in Jerusalem mit dem Judentn u sich vereinte unter Petrus und Jacobus. Nur in Caesarea, wo griechische Geistesluft wehte, konnte Paulus seine von Jesu verschiedene Thätigkeit entfalten. Mit dem Falle Jerusalems hatte Paulus über Petrus gesiegt und Caesarea jubelte auf. Dort blühte nach der Zerstörung Jerusalems jüdische Gelehrsamkeit auf, gepflegt von „den Lehrern von Caesarea" die im Talmud häufig erwähnt werden, Auch Ensebius, ein Zeitgenosse des Abahu, stammte aus Caesarea, w »hin derselbe ein Conzil einberufen ließ. Doch Caesarea ist untergegangen, wchrend Jerusalem noch heute mit Ehrfurcht genannt wird. Der Verfasser schließt feine lichtvolle Abhandlung, mit dem Satze „Caesarea siegt nicht aber Jerusalem wird jubeln und am Abend wird es licht sein! — Arber den Einfluß der Psalmen auf die Entstehung der katholischen Liturgie mit steter Rücksichtnahme auf di! talmudisch-midraschischc Litteratur von Dr. M. Grünwald, Rabbiner und Re racteur des „jüdischen Cemralblattes" in Jungbunzlau. 1. Heft 1890 (Kauffmann, Frankfurt a. W. Preis 1 Mk). Es versteht sich wohl von selbst, daß in den kirchlichen Liturgieen und Hymnen von den Psalmen, die ja selbst nichts anderes, als Gebete sind, die durch ihre Aufnahme in die heilige Schrift einen kanonischen Charakter erhielten, reichlich Gebrauch gemacht wurde. Im Einzelnen ist das, wie der Verfasser S. 2 bemerkt, von Dr. Walter und P. Emanuel uachgewi esen worden. Der Vers, zeigt nun, daß auch unter den Hymnen, die später mehr zu freien Dichtungen sich gestaltete», doch noch manche zu finden sind, die nach biblischen Mustern gearbeitet sind, (S. 10 ff.). Die Psalmen haben mit der Zeit die profanen Lieder verdrängt und wurden für das Brevier auf die Wochentage so verteilt, daß in jeder Woche das ganze Psalterium durchgebetet wird (S. 15). Letzterer Brauch bestand bekanntlich auch bei den Juden. Von besonderem Jntere se sind die Bemerkungen der Verfassers über die Verwendung der Hallelpsalmen in der Kirche. i Inhalt: Das Be bot des Schreibens an Sabbaten und Festtagen. — Gabriel Rießer, ein Kämpfer für Recht und Freiheit. Bortrag, am 3. Februar 1890 im jüdischen Litterat ir-Berein zu Bochum gehalten von Dr. M. Silberstein, Stadt- und Bezirksrabbine: in Wiesbaden. (Schluß.) — Ein Halbjahrhundert in der israelitischen Religiousgemeinde zu Dresden. Erlebtes und Erlesenes von Emil Lehmann (Schluß) — Der Einfluß, der Reform auf das orthodoxe Judentum von M. Mannheimer. Monatsschau. — Referate und Mitteilungen. — Beilage. Verantwortlicher Reda Buchhandel bei Fra <F. kteur und Herausgeber I)r. Aböls Brüll; in Kommission für dey »j Benjamin Auffarth; Druck von H. L. Brönner's Druckerei . Brei den stein), sämtlich in Frankfurt am Main.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.