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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1890-08-01 · Heft 8 (1.8.1890) · p. Seite 187

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
10 (1890)
Issue
Heft 8 (1.8.1890)
Date
1890-08-01
Page
Seite 187 (sequence 19)
Language
German
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187 eine ganze Industrie herausgebildet, die sich die Versöhnung des gesetzestreuen Judentums mit dem Verkehr daheim und aus der Reise zur Aufgabe stellt. Es wird daselbst mit großer Freude begrüßt das von der Löwenapvtheke in Fulda versendete Mittel zur Entfernung des hartes ohne Anwendung des Rasiermessers.. Die Herren, die diese Religions-Industrie anpreisen, wollen einen Verein gründen, der Aufklärung über das Judentum verbreiten soll! — In einem hebräischen Gedichte „die deutschen Juden" im Hamelitz (Nr. 105) werden die orthodoxen deutschen Juden besonders die in FranKfurl a. M., Maiuz, Hamburg und Kerlin, wegen ihrer Thorheit Und Unwissenheit arg uiitgenommen. Es wird getadelt, daß sie das Judentum in die Küche und in den Topf verlegen, daß sie Dornen hüten und nicht wissen was sie beten. Hier möge nur das zutreffende Gleichnis folgen, das zu ihrer Charakteristik gebraucht wird. Ein König hatte einen theueren Schatz, er that ihn in einen Thurm, der hoch und schön war, und baute rings um denselben eine sehr dicke und feste Mauer,. Er bestellte einen Diener um ihn zu bewachen. Ach! der thörichte Wächter! er hütete die Mauer aber nicht des Thurmes Eingang. So geht er denn rings um die Mauer hin und her, mit dem Schießgewehr auf seiner Schulter, ohne zu wissen warum. Auf die Steine blickt er mit sorgsamer Treue, damit dieselben ja blank und frei vom Schmutze bleiben. Jedoch vergessen hat er, daß im Thurme ein Schatz geborgen, zu dem eine Thüre führt. In der Nacht kam ein Dieb und nahm nach und nach den ganzen Schatz. Der thörichte Wächter aber, er geht nach wie vor und hält die Wache und hütet den Schatz, der längst entnommen. — Der Verein jüdischer Lehrer in Schlesien und Kosen hielt am 27. u. 28. Mai seine zwölfte Generalversammlung in Krrslau ab. Die Einnahmen im abgelausenen Jahre betrugen 165,96 Mk. die Ausgaben 67,46 Mk. Es wurde eine Resolution gegen die verletzenden Urteile, rpelche in jüngster Zeit gegen das Judentum und seine Bekenner gefällt werden, gefaßt und beschlossen, derselben von anderen Vereinen Zustimmung zu schaffen, und sie möglichst zu verbreiten. — In Kielefeld tagte die Konferenz der israelitischen Lehrer Rheinlands-Westfalens. Der Verein verfügt über ein Vermögen von 65125 Mk. Herr David Levy aus Aeuß, der jüngst sein 25 jähriges Lehrerjubilaum feierte, wurde zum Präsidenten gewählt. Der Gründer des Vereins Herr Prediger Slumenau in Eassel wurde zum Ehrenpräsidenten und der ansscheidende Rendant Herr Julius Weiß in Kielefrld zum Ehrenmitgliede ernannt. Herr Spier aus Kochold hielt einen Vortrag über die gesetzliche Stellung der israelitischen Schulen in Deutschland und insbesondere in Rheinland-Westfalen. Es wurde zum Schluffe eine Resolution über den Fortbestand der jüdischen Schulen gefaßt. — Nach dem Rechenschaftsbericht des N aphtali-Epstei n-Vereins für das Jahr 1889 hat derselbe 1350 Mark zur Verteilung gebracht. Der Verein steht jetzt unter der Leitung des Herrn H. Warr in Krnchsal. Es wäre zu wünschen, daß die jüngeren Lehrer dem Vereine in ihrem eigenen Interesse mehr Teilnahme zuwenden möchten. — Am 5. Juni tagte in Main; eine Versammlung israelitischer Lehrer des Großherzogtum Hessen. Es wurde ein „Verein israelitischer Lehrer im Großherzogtum Hessen" ins Leben gerufen. Wir wünschen dem Vereine Förderung und Gedeihen. — Nach dem Jahresbericht über die „israelitische Waisen-Erziehungsanstalt für Knaben und Mädchen aus Rheinland und Westfalen" mit dem Sitze in Kaderborn wurden «34 647,40 Mk. eingenommen und 26 176,39 Mk. verausgabt. Es waren 63 Waisen im abgelaufenen Jahre in der Anstalt. — Die Karnch-Knerbach'scheu Waisen-Erziehungsanstalten in Kerlin haben den sieben und fündigsten 16*

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