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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1890-06-01 · Heft 6 (1.6.1890) · p. Seite 143

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
10 (1890)
Issue
Heft 6 (1.6.1890)
Date
1890-06-01
Page
Seite 143 (sequence 23)
Language
German
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herrliche Synagoge erbaut werden soll. — Herr Arthurs Issel, ein Geologe, wurde als Professor an die Hochschule nach Heqna berufen. — In Haag starb am 11. März Herr E. D. Affer, Mitglied des höchsten Gerichtshofes der Niederlande. — Das in Amsterdam aufgeführte Drama „das goldene Kalb" von Kohlrausch hatte durchschlagenden Erfolg. — Die Zahl der jüdischen Diamantenschleifer in Amsterdam soll sich auf 10000 belaufen. — In Dorpat haben drei jüdische Studenten an der Universität für die drei besten gelehrtem Arbeiten goldene Medaillen erhalten. — Am 16. Januar starb in Wilna im 96. Lebensjahre Herr Regierungsrat Dr. W. Trachtenbrrg. — Am 28. Januar starb in Gdessa der allgemein beliebte und verehrte Arzt Herr vr. Jonathan Drey. Er stammte aus Dayern. Für wohlthätige Zwecke hat der Heimgegangene 20000 Rubel bestimmt. — In Gdessa starb am 2. März der Stadtrabbiner Herr Magister vr. Gurland geb. 1843 in Klrzk. Als er vor zahlreich versanimelter Gemeinde die Festrede zu Ehre der Thronbesteigung des Kaisers Alexander gehalten, brach er zusammen, wurde nach Hause gebracht und starb. Sein Leichenbegängnis fand unter ungemein großer Beteiligung statt. — Dem verdienten Schriftsteller Herrn Ch. S. Sloniurski in Warschau wurden anläßlich seines 80. Geburtstages am 16. März viele verdiente Zeichen der Liebe und Verehrung zu Teil. — Der „Libauer Tagesanzeiger" berichtet über die wunderbare Tenorstinime des Herrn Cantors Köb Schafberg aus Poloch, der am 8. Februar in Libau in der Synagoge vorgebetet. Die Hörer, die ganz entzückt waren, wollen eine solch' wunderbare Stimnie noch nie vernommen haben. — Aus dem Gouvernement Wilna sind in den letzten fünf Jahren 10000 jüdische Seelen ausgewandert. — Herr Alajew Gymnasialdirektor in Kischinew will ein neues Gebäude für sein Institut und verlangt von der Behörde die Baukosten aus der übrigbleibcnden von Juden allein entrichteten Fleischsteuer zu decken. Judenfreundlich ist dieser Antrag gerade nicht, aber sehr judengeldfreundlich. — Herr vr. Almogen aus Hussi ist der erste jüdische Arzt der in Rumänien einen Orden erhielt. — Herr vr. Woritz Mendelsohn in Warschau wurde von dem Präsidenten der französischen Republik zum Kavalier der Ehrenlegion ernannt. — Man teilt uns mit: Der erste Tenorist an der Oper in St. Petersburg Herr Silberstein bezieht eine Jahresgage von 11,000 Rubel. — Der Schauspieler Herr Lrop. Deutsch in St. Petersburg erhielt von« Czaren die große goldene Medaille mit dem Stanislausbande. — Die Kartusche Gemeinde in Warschau, welche an zwei Tausend Seelen zählt, erhielt von der Regierung die Bewilligung zur Anlegung eines eigenen Friedhofes. — In Paulowna haben sich die Christen an die russische Regierung niit der Bitte gewandt den Juden zu gestatten, den jährlichen Markt zu besuchen, da die christlichen Händler die Preise zu sehr in die Höhe getrieben. Diese Bitte wurde gewährt- Man sieht, im russischen Volke giebt es noch gesunde Striche, welche den Antisemitismus praktisch verurteilen. — In Kutzlaud, wo die Juden täglich gedemütigt und erniedrigt werden, wo man sie verfolgt und aller Rechte beraubt, leisten sie eine größere Blutsteuer als die anderen Konfessionen. Nach den neuesten statistischen Erhebungen dienen" in der russische» Armee etwa 100000 Juden. Jeder cinundvierzigste jüdische Einwohner ist Soldat. Bei den christlichen Einwohnern des großen Zarenreiches hingegen kommt erst auf einundsechzig Einwohner ein Soldat. — Herr Dr. Isaar Eylbow Prediger der jüdischen Gemeinde in Warschau feierte am 25. Januar sein 25 jähriges Amtsjubiläum. — In Iudianopolis starb Frau Eva Shannon im Alter von 100 Jahren. — Man schreibt uns: Wie angesehen die Stellung der jüd. Geistlichen in den vereinigten Staaten von Amerika ist, beweist folgende Mitteilung. Bei

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