Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 10 (1890)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1890)
- Date
- 1890-06-01
- Page
- Seite 142 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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142 London mit: Hier wurde das hundertjährige Bestehen der großen Synagoge in Ducker Mare feierlich begangen, die Festrede hielt Herr Rabbiner Dr. Hermann Adler. — Von Herrn Rabbiner Joseph Kohn-Zedek erschien jüngst eine Broschüre unter dem Titel „Alrph Alphin" Dieselbe enthält tausend Worte, jedes Wort mit dem Anfangsbuchstaben Aleph und ist eine Klage über den jüngst Hingeschiedenen CH es-Rabbi Rev. Di'. Nathan M. Adler und gleichzeitig die Hervorhebung mancher seiner Leistungen. Die ineistcrhafte sehr gelungene Arbeit des Altmeisters wurde in den hiesigen Zeitungen sehr gelobt. — In der hiesigen „Jerusalem Stnagoge" fand abermals eine feierliche Andacht für den jüngst Heimgegangene, Chief Rabbi statt. Das große Gotteshaus war in allen seinen Räumen von el n m zahlreichen Publikum gefüllt. Nachdem der Kantor einige Psalmen gesungen hat e, hielt der geniale Gelehrte Rev. David Kohn-Zedek (Sohn des Rev. Joseph Kohn-Zedek) eine längere treffliche und herzrührende Trauerrede, von welcher Ml inches in den englischen Blättern erwähnt war. Die Andacht schloß mit dei l Abendgebete, welches Herr Elba» Adler (der rvürdige Sohn des seligen Chief Rabbi) vorgebetet hatte. — Herrn D,. Hermann Adler wurde bis zur definitiver Wahl das Amts des Rabbinats über das Krittische Reich interimistisch übertiazen. — In London wurde eine jüdische Volksküche eröffnet. — In London sollldie größte Synagoge der Welt im Osten für die aus Polen eingewanderten Juden gebaut werden. — Baronet Sir Albert Saalson, Inhaber des Sterns vir Indien, ist durch die Königin von England aus dem Ritterin den, Freiherr, stand erhoben worden. — Im Schlosse Gsborne auf der Insel Wight wurden kürzlich lebende Bilder aus dem Buche Esther aufgeführt. Die Prinzessin Beatrice, welche zu den Darstellern gehörte, bat den Kapellmeister des Marinebataillons, George Miller, einige echte hebräische Melodien für die Gelegenheit ei,zurichten. Mit der Beihilfe von Henry Lazarus wurde der klagende „Jigdal", wie «r am jüdischen Bußtag gesungen wird, in passcichen Satz gebracht. Auch das „L«b des Neumondes", von dem verstorbenen Mombach eingerichtet, wurde gesungn, Der Königin habe» diese Melodien so sehr gefallen, daß sie befohlen hat, sie als Kyrie für die Schloßkapelle einzurichten. — Im Rathause zu Wrstminster wurde die Büste des Herrn Solomon Häym EoheN aufgestellt. Derselbe gehö b: über 33 Jahre zum Kirchspielvorstande der vereinigten Pfarren von St. Marzcret und St. John. Desgleichen wirkte er mehrere Jahre in der Armenverwalt u g dieses Bezirks als Arnienpflegcr.— Herr Israel Abrahms in London hielt im jüdisch«n Arbeiterklub ein Vortrag über „die Juden und das Theater". — In Portsea fand am 16. März die Wiedereinweihung der renovierten an 200 Jahre ale>, Synagoge statt. Die Festrede hielt Herr Rabbiner Dr. H. Adler. — Der Hochs« li ge Herzog von Aosta äußerte sich über die antisemitische Bewegung, wie die „Lom ic rdie" berichtet, unter Anderem also: Ich kann diese Feindseligkeit, zu der doch n chts berechtigt, nimmermehr begreifen. Ich erblicke darin den traurigen Beweis fiir die Thatsache, daß unsere raffinierte Zivilisation doch nur ein Firnis bleibt, un den unveränderten primitiven Kern zu bemänteln. — In Modena starb Herr Oberst Eesare Kovighi, Ehrenadjutant des Königs Victor Emanuel. In den Jahre» 1846—1848 redigierte er eine Zeitschrift „Israelitische Revue". Er shcieb eine Geschichte des italienischen Krieges und eine Biographie des Herzogs von Genua. König Humbert schloß sich in einen, Telegramm an die Familie ihr;m Schmerze an. — In Genua starb Herr Giacomo Gohen, welcher 100,000 Lire für wohlthätige Zwecke letztwillig bestimmte. — Die isr. Gemeinde in Mailand hat einen Platz für 89000 Lire erstanden, auf dem eine I