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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1890-02-01 · Heft 2 (1.2.1890) · p. Seite 48

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
10 (1890)
Issue
Heft 2 (1.2.1890)
Date
1890-02-01
Page
Seite 48 (sequence 24)
Language
German
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48 Suleicha" im Orient selbst lange verschollen und bislang nur dem Namen nach bekannt. Herr Freiherr von Schlecht« hat uns durch vorliegende Uebersetzung einen kostbaren poetischen Schatz erschlossen und sich dadurch ein großes Verdienst erworben, indem er seine ausgezeichneten Kenntnisse der persischen Litteratur dazu brauchte, unserer Litteratur die kostbare Perle des Orientes einzufügen. Der Koran widmet dem Leben Josefs ein ganzes Kapitel (Sure Jussuf). Jüngst erst hat M. Gxünebaum über die haggadischen Elemente in „Jussuf und Suleicha (Zeitschrift der D.-M.-G. Band XXIII. 1. Heft. S. 1—29) geschrieben- Der Verlagsbuchhandlung gebührt Dank für die prachtvolle Ausstattung, die der herrlichen' / Dichtung gebührt, deren Schönheit auch in der Uebersetzung überall zu wirkungsvoller Geltung gelangt. — „PontiusPilatus, der fünfte Prokurator von Judäa und Richter Jesu von Nazareth, mit einem Anhang „Di'e Sagen über Pilatus" und einem Verzeichnis der P i la t u s - L i tt e r a tu r von Gustav Adolf Müller", (Stuttgart, Mehler, 1888). In dieser von uinfassender Sachkenntnis und sorgsamer Umsicht geleiteten Untersuchung wird mit ziemlicher Sicherheit festgestellt, was von den Nachrichten, die über den römischen Landpfleger Pontius Pilatus, dessen Name durch den Prozeß Jesu eine allgemeine weltgeschichtliche Bedeutung erlangt hat, als historisch anzusehen, und was von ihnen dem Reiche der Sage zuzuweisen ist. Die Schrift orientiert den Leser über ihren Gegenstand in vollem Maße und n§ch jeder Richtung hin und beleuchtet die einzelnen Daten mit genauer Quellenkritik und umsichtigem Raisonnement. — Der „Mikrokosmos", ein angeblich im 12. Jahrhundert von den« Gordubenfer Josef ibn Zadik verfaßtes philosophisches System, nach seiner Echtheit untersucht von Dr. Leopold Weinsberg (Areslau, Köbner 1888). Der Verfasser sucht an der Hand triffliger Argumente »achzuweisen, daß das Joseph Ibn Zadik zugeschriebene philosophische Werk „Olam Katon" einem viel älteren Autor angehörx. Für uns besteht der eigentliche Wert der vorliegenden Schrsft mehr in den Aufklärungen, die über Einzelheiten des Ibn Zadik'schen Systems dargeboten werden, als in jener Annahme, für welche der Verfasser noch weitere Begründungen in Aussicht stellt. Die Vermutung, -daß der Brief Maimunis an Ibn Tibbon, in welchem er den Mikrokosmos und seinen Verfasser erwähnt, eine Fälschung ganz plumper Art sei, bestätigt sich nicht, da dieser Brief von Abraham Maimun als echt zitirt wird. — „Deitriige zur Geschichte der Frankfurter Juden im dreißigjährigen Kriege von J. Krakauer. Teil I." (Soüderabdruck aus der Zeitschrift für Geschichte der Juden in Deutschland.) Der Verfasser, dem wir bereits manche wertvolle historische Forschungen verdanken, hat mit großem Fleiße und auf Grundlage archivalischer Daten zahlreiche, wenig bekannte Vorgänge aus dieser Zeit nachgewiesen. Die Schrift ist von bleibendem Werte. Inhalt: Kaiserin Augusta. — Ueber die Gleichnislitteratur des Altertums. Bortrag gehalten im Hennebergischen altertumssorschenden Verein in Meiningen. VonDr. M. Dessauer, Herzoglicher Landesrabbiner. — Der Glaube an Unsterblichkeit und die Idee der Wiedergeburt des Menschen. Von I)r. Rothschild. — Eine Uebersetzung der Spruche Salomos in's Volapük. — Regelung des israelitischen Gemeindewesens in Ungarn. — Monatsschau. — Referate und Mitteilungen. — Beilage. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Dr. Adolf Brüll; in Kommission sür den Buchhandel bei Franz Benjamin Ausfarth; Druck von H. L. Brpnners Druckerei (F. W. Brei denstein), sämtlich in Frankfurt am Main.

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