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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1890-01-01 · Heft 1 (1.1.1890) · p. Seite 24

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
10 (1890)
Issue
Heft 1 (1.1.1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 24 (sequence 24)
Language
German
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24 In Hleferate und Wttteikungen. der Zeitschrift des deutschen Palästina-Vereins (Band XII. Heft 3) findet sich Sejite 200 eine interessante Arbeit „Das böse Auge" von Lydia Einzler. Daß man dein Salze die Wirkung zuschreibt, das böse Auge abzuwehren, ist auch in jüdischen Kreisen verbreitet. Am Schlüsse dieser interessanten Abhandlung^ findet sich eine Mitteilung über Muhamed und die Juden. Der Prophet war nach eiiiem Kriegszuge gegen einen jüdischen Stamm von den Strapazen erniüdet und fühlte sich etwas kränklich. Da dieser Kriegszug in Folge der tapfer» Gegenwehr der Juden viele Menschenleben gefordert hatte, so hatte Muhamed ihsieu Vernichtung geschworen, fürchtete aber, daß seine Pente schwer zu einem nochmaligen Kriegszuge gegen den Stamm zu beivegen sein würden. Daher kam er auf den Gedanken, seine Anhänger bei ihrem Aberglauben zu nehmen, um diesen Kriegszug populär zu machen. Es lebte in der Stadt ein Jude Namens Lobeid mit zwei Töchtern, ° die als besonders bewandert in den Zauberkünsten galten. Muhanied heuchelte ein stets schlimmer werdendes Siechtum und als seine Anhänger besorgt zu werden anfingen, erzählte er seinem Schwiegersöhne Ali, den er in die Komödie eingeweiht hatte, mit dem Aufträge, es den Gläubigen bekannt zu geben, Folgendes: Scheinbar schlafend habe er gehört wie zwei Engel sich über seinen Zustand besprochen hätten, wobei er durch sie erfahren habe, daß er von den beiden Töchtern des Juden Lobeid behext worden sei. Der eine Engel habe dies ausführlich erzählt: Die Töchter des Juden haben an einer Bogenschuur (Darmsaite) mit Haaren elf Knoten auf. künstliche Weise geknotet, dann aufgeblasen und mit einem Zauberspruche versehen. Ferner haben sie eine kleine Wachsfigur verfertigt und sie mit Nadeln bestochen. Nur durch Lösung der Knoten und Herausziehen der Nadeln sei dem Propheten zu helfen. Dieses Machwerk hätten sie in dein gegenwärtig versiegten und mit Gesträuch überwachsenen Brunnen Dharwan versteckt. Der Schwiegersohn Ali kam den Intentionen des Propheten aufs eifrigste nach und ging dann mit der aufgeregten Menge daran, das Zauberwerk zu sucheik. Man fand es richtig am bezeichneten Orte und gab es in die Hände des leidenden Propheten. Dieser erzählte nun. daß in dem Augenblicke, wo er dasselbe erhalten habe, der Engel Gabriel erschienen sei, um den Zauber zu lösen. Er habe zwei Suren von insgesamt elf Versen vom Himmel herabgebracht und beim Lesen eines jeden Verses habe sich ein Knoten gelöst und sei eilte Nadel mit einem geschmolzenen Wachstropfen iherabgefallen. Am Ende der elf Verse sei der Zauber gelöst gewesen und der Prophet wieder genesen. Das Zauberwerk könne er ihnen jedoch nicht zeigen, da der Engel ihn verpflichtet habe, dasselbe tief j unter der Erde zu vergraben, unmittelbar darauf schrieb Muhamed diese beiden Suren nieder, die sowohl ihn als alle Gläubigen vor der Macht jedes Zaubers schützen und bewahren sollten. — Inhalt: Rabbiner Jacob Brüll. — Das volle Licht Israels. — Rabbi Abdon. Von Leopold von Lracher-Masoch. — Gerhard v. Amhntor über die philosophischen Leistungen eines Rabbiners^— Etwas über die Juden im Osten. — Monatsschau.— Referate und Mitteilungen. — Beilage. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber I)r. Adolf Arüll; in Kommission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Auffarth; Druck von H. L. Brönners Druckerei (F. W. Brei den st ein), sämtlich in Frankfurt am Main.

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