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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1890-01-01 · Heft 1 (1.1.1890) · p. Seite 23

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
10 (1890)
Issue
Heft 1 (1.1.1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 23 (sequence 23)
Language
German
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könnten füglich aufgelösten werden, da die Gemeinden derartige „unpraktische" Kenntnisse von dem Rabbiner nicht mehr verlangen und selbe, auch wv sie fehlen, als selbstverständlich vorhanden voraussetzen. Die Rabbiner werden sin Zukunft es nur verstehen müsiein, uni die Gunst der Gemeindemitglieder durch Besuche, Gratulationen u. dergl. zu werben. Voilä tout. — Ein in der Schweiz erscheinende Freimaurer-Zeitung „Alpina" berichtet über die Gründung eitler „Benai- Berith-Loge" in Köln nehmen, für bedenklich und hält die Aufrichtung von Logen» die nur Juden aufindem dadurch der vorhandene Zwiespalt nuij vergrößert werde. — Richard Wagners Genie entdeckte bekanntlich ein „Judentum in der Musik." Aus neuester Zeit haben wir eine ähnliche Entdeckung von einem Herrn Dionys Danzer zu verzeichne», nämlich: „daß Judentum im — Hopfenhandel". Was unsere großen Geister nicht alles herausfinden!! — Herr Anton Aubinstein hat sein neues großes Oratorium, welches den Titel „Moses" führt, nahezu vollendet; dasselbe zerfällt in acht Abtheilungen. — Am 20. Oktober wurde auf dem israelitischen Friedhofe in Gdessa das Grabdenkmal des verstorbenen Stadtrabbiners vr. Schwabachrr in feierlicher Weise enthüllt. Herr Rechtsanwalt Margulies und Herr Banqier I. Ehayes schilderten der versammelten Menge die unvergeßlichen Verdienste des sek. Rabbiners, mit dessen Wirksamkeit die geistige Entwicklung des Judentums in Rußland in den letzten 30 Jahren eng verknüpft ist. — Jüdischen Schriftsetzern, welche sich mit amtlichen Zeugnissen über ihre Fähigkeit hiezu ausweisen können, ist zufolge eines Erlasses der Russischen Regierung von jetzt ab der Aufenthalt im ganzen Russischen Reich gestattet. — Am 21. November feiert Herr Prof. Ehwolsohn in St. Petersburg, ein um die jüdische Litteratur und um die Abwehr der Judenfeinde hochverdienter Mann, seinen siebzigsten Geburtstag. — In Kiew starb im Alter von 115 Jahren Herr M. Femleib. — Bei Gelegenheit der Reise des Königs von Rumänien in der Provinz Dobrudscha wurde demselben eine Liste von Verurteilten vorgelegt, die als der Begnadigung würdig empfohlen waren. Auf der Liste fungierten alle Nationalitäten und Konfessionen, aber kein einziger Israelit. Auf die verwunderte Frage des Königs, warum Wan mit diesen eine „Ausnahme" mache unh nicht auch einige Israeliten seiner Gnade empfehle, wurde demselben die Antwort: „Majestät, wir haben in unseren Gefängnissen keine israelitischen Sträflinge, weder verurteilte, noch in Untersuchung!" — In Athen war Herr Oberrabbiner Da Fan» als Vertreter der israelitischen Gemeinde von Eorfu bei der Feier der Hochzeit Se. Hoheit des Kronprinzen Konstantin mit der Prinzessin Sophie von Preußen erschienen und wurde durch hohe Ehrenbezeugungen ausgezeichnet. — In Konstantinopel starb Setula Agimann, die älteste Frau in der jüdischen Gemeinde, im Alter von 113 Jahren. — Fray Elias Pascha und Frau Kea Alnabon wurhjen anläßlich des Aufenthaltes Ihrer Majestät der Kaiserin von Deutschland in Konkantinoprl von derselben zum Thee eingeladen, bei welcher Gelegenheit die Kaiserin die außergewöhnliche Bildung der ersteren und die berückende Schönheit der letzteren bewunderte. Die beiden Damen überreichten der Kaiserin eine Begrüßungsadresse. — Die vor 9 Jahren in Jerusalem verschwundene Frau Rabbiner Auerbach soll in einem französischen Kloster bei Jerusalem sich befinden. — Herr Oberrabbiner Panisel in Jerusalem wurde als Ehacham Hascht feierlich in sein Amt eingeführt. — In Eleveland starb der Inspektor des Montefiore-Asyls Herr Or. Adolpf Friedmann. — In Ligonier, Indiana, und in Eoledo, Ohio, wurden neue Synagogen eingeweiht. '_

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