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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1890-01-01 · Heft 1 (1.1.1890) · p. Seite 2

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
10 (1890)
Issue
Heft 1 (1.1.1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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2 feit und sein/m glänzenden Scharfsinn Zeugnis geben, sondern in der That auch das Verständnis der älteren jüdischen Litteratur um ein Bedeutendes gefördert haben. Auch für verschiedene wissenschaftliche Zeitschriften wie Ben Chananja, Beth Talmud, Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur hat er wertvolle Beiträge geliefert. Das letzte Werk des Verewigten „Talmudische Forschungen" erschien knrzvor seinem Tode, er hatte noch auf seinem Totenbette die Freude, dasselbe vollendet zu sehen. Seine Werke sind das dauernde Denkmal das er sich gesetzt hat, der bleibende Ertrag seiner reichen Lebensarbeit. Hervorzuheben ist die außerordentliche, liebevolle Anhänglichkeit, die seine Gemeinde ihm bewies ynd in deren Mitte sein ehrenvolles Andenken niemals erlöschen wird. Unter'großer Betheiligung von Einheimischen und Fremden fand am 2. December I die Beerdigung auf dem Friedhofe zu Kojetein statt. Von dem Sterbehause, /der Synagoge und dein Schulgebäude wehten Trauerflaggen. Der Sarg wurde!unter feierlicher Begleitung in die schwarz decorierte Synagoge getragen wo außer den beiden Söhnen die Herren Rabbiner Ur. Tauber (Prerau), I)r. Frankel-Grün (Kyeiysier) und Ui. Hoff (Proßnitz) den Schmerzgefühlen der Familie, und der Gemeinde erhebenden Ausdruck gaben. Im Friedhofe widmete Herr Rabbiner Eisler (Eiwanowitz) dem verewigten Freunde einen warmen Nachruf. Das volle Licht Israels. Ein Wanderer zog einst in dunkler Nacht einsam seines Wegs dahin. Der Himmel war von düsterem Gewölk verhüllt, dichte Finsternis bedeckte die schlummerndem Erdengefilde und gar bald hatte der Wanderer seinen Weg verloren und wüßte nicht mehr, welche Richtung er einzuschlagen habe. Währenddem er nun so ziellos umherirrte und vergeblich die Spuren seines bisherigen Pfades! zu entdecken suchte, kam ihm zu seiner Freude ein Mann entgegen, der ihn nicht nur wieder auf die rechte Bahn hinwies, sondern ihm auch eine leuchtende Fackel in die Hand gab, damit er auch ohne Begleitung auf derselben sich zurechtfinden könne; derWanderer, der aber jetzt seinen Weg zu kennen glaubte, warf bald die Fackel wieder zur Erde und zog sorglos und , wohlgemut weiter dahin. Er wai allerdings ein gut Stück Weges weiter gekommen, doch die Nacht schien gar nicht enden zu wollen und es' dauerte nicht lange da stand er wieder da, und wußte nicht wohin er sich zu wenden hatte. Mit einem Male erblickte! er Lichterglanz; eine große Strahlengarbe sah er vor sich aufflammen. Da war! jemand vor ihm hergeschritten, der wunderbares Feuerwerk anzuzünden, für Augenblicke, die Nacht in Tag zu verwandeln wußte. Jetzt, meinte der Wanderersei für ihn die Finsternis geschwunden und er werde seinen Weg nicht mehr verfehlen. Doch auch darin sah er sich bald getäuscht. Ein gewaltiger Sturm erhob sich und blies alle die schönen Lichter aus, die da in bunter Farbenpracht vor ihm aufgestiegen waren. Jetzt war es wieder Nacht wie zuvor und wie unser Wanderer es auch anfangen wollte, er kam immer tiefer in die Finsternis hinein. Nach weiterem, längerem Umherirren erblickte er endlich in fernen Gegenden einen schmalen schimmernden Lichtschein, der immer heller und breiter wurde, erst wie mit goldenen Borden den weiten Himmelsrand

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