Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 6 (1886)
- Issue
- Heft 12 (1.12.1886)
- Date
- 1886-12-01
- Page
- Seite 281 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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281 gemäß angewandt und entwickelt werden, damit kein Gegensatz mit dem Leben und mit der Wissenschaft die für Gott kämpfenden Propheten,! die da bemüht sind, stets aus dem großen Grundstöcke, den untersten Stufen der Bildung und der Religion höhere Wesen und wüxdige Mitglieder der Menschheit zu erziehen, irre führe und zum Fall bringe, damit sich nicht erfülle an ihnen das Wort Jeremias : „Wie ist verdunkelt das Gold, hat seine Farbe! das feine Gold verändert, sind ,bte Steine des Heiligtums verstreut auf allen Straßen! Wie sind die edlen Söhne Zions, die dem edeln Golde gleich geschützt wurden, wie niederes Gefäß aus Erde geschätzt worden, wie Töpferarbeit!! Es giebt selbst große Fische des Meeres, die ihre Brust den Jungen bieten und sie nähren; aber die Tochter meines Volkes ist grausam geworden, wie eitr Strauß in der Wüste. Die Zunge des niilchsaugenden Kindes ist vertrocknet am Gaumen, durch Durst! Die Jugend sucht Brod — und Niemand ist, der es ihr giebt!" gilt Hedicht I. M. Ioft's Ein Schüler Ioft's aus den Jahren 1857/60 hat, angeregt durch den Artikel „I. M. Jost und seine Freunde," uns folgendes Gedicht zugehen lasten, das der Lehrer dem abgehenden Schüler ins Album geschrieben und das für Freunde des unvergeßlichen Lehrers und Gelehrten umsomehr interessant sein wird, als dasselbe immerhin auch eine gewisse Begabung auch auf diesem Gebiete, eine frische Auffassung und einen lebendigen Sinn für das jugendliche Leben in dem damals sieben und sechzig jährigen Manne bekundet. Jugendmuth, bewahr' ihn treu Unter Schicksal's Wallen Jugendgluth, schür sie stets neu Laß sie nie erkalten. Selbst wer winzig scheint und klein In der Großen Blicken Braucht nur Muth, um stark zu sein, Soll nicht feig sich bücken. Und wer noch so schwach und arm Muß durch's Leben wallen Bleibt ihm nur das Herz stets warm Nimmt er's auf mit Allen. Kämpft mit kühner Jugendlust Gegen alles Schlechte Füllt mit Jugendgluth die Brust Für das Schön' und Rechte. Dann mag Schicksal'« laun'scher Sinn Was es will, dir senden Nimmst mit heit'rem Geist es hin Heilvoll muß sich's wenden. Frankfurt a. M., 1. März 1860. 24 iiMÜÜ i