Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 6 (1886)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1886)
- Date
- 1886-11-01
- Page
- Seite 255 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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WM" M^WWMWWMßMWWWWIW^ — 255 — lippiuil Wonalssch au. Herr Dr. Appel, bisher in Homburg v. Höhr, wurde zum zweiten Rabbiner in Mannheim gewählt und Herr Dr. W Nopfsteiu, bisher in Elbing, zum Bezirksrabbiner in Em». — Herr Hofrat Prof. Gustav Weit in Heidelberg feierte am 2. Juli sein 50 jähriges Doctorjubiläum und Herr vr. Angerleider in Berlin am 30. September fein 25jähriges Rabbinerjubiläum. — Am 14. September beging das geschätzte Vorstandsmitglied des Mendelssohns-Vereins, Herr Dr. jur. Simon Maas in Frankfurt a. M., die fünfzigjährige Gedenkfeier feiner Aufnahme in den Frankfurter Advokatenstand. Dem geistesfrischen, verdienten Manne wurden aus diesem Anlasse zahlreiche Zeichen der Anerkennung in Wort und Schrift von nah und fern zu Teil. — Am 11. September starb in Berlin der Reichstags- und Landtagsabgeordnete Ludwig Löwe, geb. am 27. November 1837 in Heiligenstadt. Am 14. September fand das Begräbnis statt. In der Synagoge in der Oranienburgerstraße hielt Herr Rabbiner Dr. Maybau« vor aufgebahrter Leiche die Gedächtnisrede unter Zugrundlegung des Psalmwortes „Selig ist der Mann, der auf den Ewigen sein Vertrauen setzt und sich nicht kümmert um die Uebermütigen und die Anhänger der Lüge." Auf dem Friedhofe sprachen die Herren Geheimrat Pros. Dr. Kirchow, Albert Kröger und Dr. mto Henne». Herr Rabbiner Dr. Nagerleider schloß die Feier mit Worten des Gebetes. Die Rede Virchows war voll Lob und Anerkennung für die jüdische Rare im Allgemeinen und füe die jüdische Gemeinde in Kerli» insbesondere (Vgl. Beilpge zur Vossischen ZeitungXPr. 428) und fand in dev weitesten Kreisen freudigen Nachhall. — Am 24. September starb in Frankfurt a. M. Herr Sanitätsrat Dr. Marimilian Moritz Geh, ein durch sein humanes und edles Wirken ausgezeichneter Mann. — Bei der Beerdigung des sel. Oberrabbiners Dr. W. Landau in Dresden hat die Kommandantur sämmtliche dienstfreie jüdische Soldaten, die in Dresden garnisonierten» beordert, bei derselben zu erscheinen und an den Trauerfeierlichkeiten teilzunehmen. — Sr. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz besuchte bei seinem Aufenthalte in Metz am 20. September auch die Synagoge, obgleich dies programmmäßig nicht vorgesehen war. Herr Oberrabbiner Weil, dem er bei der Vorstellung diesen Wunsch geäußert, hatte die Ehre ibFauch daselbst zu empfangen. — Herr Dr. Moritz Traube, Leiter einer Weivgroßhandlung in Breslau. ist wegen seiner hervorragenden litterarischen Leistungen auf dem Gebiete der Chemie zum Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Berlin ernannt worden. — Die Bibliothek des verstorbenen Dr. Zun; wurde von dessen Nichte, Fxäulein Mayer, der Berliner jüdischen Gemeinde als Zunzstiftung überwiesen. — Aus Ludwigshafen berichtet man von der Bildung eines Komitäs für die Alliance isr. univ. unter Vorsitz des Herrn K. Weingart. — In Eisenach tagte am 23. und 24. August der Verein „jüdischer Kultusbeamten Mitteldeutschlands", Herr Landrabbiner Dr. Häher hielt einen Bortrag über „Wie sind die Wundergeschichten der Bibel dikdacüsch in der Schule zu behandeln." — Der Vorstand der jüdischen Gemeinde in Lgurahiitte-Siemianowjtz widmet dem jüngst daselbst verstorbenen Pfarrer Hugo Stabik einen außerordentlich warmen Nachruf. Ein schönes Zeichen des dort waltenden Friedens zwischen den Angehörigen der verschiedenen Konfessionen. — Am 11. September beging die israelitische Gemeinde in Aornhei« in festlicher Weise das 25jährige Bestehen ihrer Synagoge. Herr Rabbiner Dr.- Landsberg aus Wurwstadt hob in seiner Rede hervor, wre er vor 2b Jahren