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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1886-10-01 · Heft 10 (1.10.1886) · p. Seite 218

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
6 (1886)
Issue
Heft 10 (1.10.1886)
Date
1886-10-01
Page
Seite 218 (sequence 2)
Language
German
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218 ist das ein Kampf, der zu einem Doppelsiege führt, der in keinem Herzen ein Gefühl der Erbitterung zurückläßt und der daher auch einen ehrlichen, dauernden Frieden schafft. Ein Kriegsruf ertönt am Neujahrsfeste in Israel, Kampfesstimme wird in seiner Mitte, vernommen. Es erhebt der Herr sich zum Streite und steht auf um die Völker zu richten. Wer fühlt sich nicht in's Herz getroffen von dem Wahrspruche seiner ewigen Gerechtigkeit? Wer kann sagen, ich stehe rein und makellos da, ich bin frei von jeder Schuld? An dem Tage des Sündengedächtniffes, an dem von uns Rechenschaft gefordert wird von Gott dem großen- Weltenrichter, sollen auch wir das uns in Erinuerung bringen, was wir sonst so gerne der Vergessenheit übergebe», solle» wir unserer Verirrung und Verderbtheit gedenken, der Böswilligkeit unseres Herzens, der wir in unserem Uebermute freien Lauf gelassen, der Leichtfertigkeit, mit der wir über den Ernst der heiligsten Menschenpflichten uns hinweggesetzt, der Verwerflichkeit in That und Gesinnung, der wir mit allem Eifer gehuldigt und nachgegangen, und sollen vor dem Ewigen unsere Sündhaftigkeit bekennen, sollen unserem Gotte entgegenkommen mit reuigeni Herzen, mit gebessertem Sinne und sollen in der Unterwerfung vor dem Herrn unseren Ruhm suchen, unseren Sieg erblicken in dem großen Seelenkampfe, der in unserem Herzen erregt wird. Doch wie Gott entgegenkommen? Womit soll ich dem Herrn, den ich verlassen, wieder entgegenkommen, wodurch vor dem Allerhöchsten meine Unterwürfigkeit bezeugen? so spricht das schuldbewußte Israel zu dem Propheten, der ihm den Streit verkündet und zur Rechtfertigung vor Gott es aufgefordert hat. Soll ich mit Öpfergaben im Hause des Herrn erscheinen? soll ich Schlachttiere auf geheiligtem Altäre darbringen? Findet der Ewige Wohlgefallen an Farren und Widdern? soll das Oel in Strömen fließen in seinem Heiligtume? oder soll ich meinen Erstgeborenen hingeben zum Entsätze nieiner Schuld, mein Kind zur Sühne meiner. Seele? Und der Prophet erwidert hierauf: Beruhige dich! urteile nicht nach dir! Nicht ein Mensch ist Gott, der sich durch Geschenke bestechen, durch Gaben besänftigen läßt, nicht ei» herzloser Feind ist er, der seine Rache im Blute der Erschlagenen kühlt. Nichts, was deiner Vernunft, was deinen Gefühlen widerstreben muß, begehrt er von dir. Laß es dir gesagt sein, was das Gute. ist an dem Menschen und was der Ewige von dir verlangt! Nichts anderes will der Herr von dir, als daß du Recht thuest, die Tugend liebest und bescheiden einherwandelst vor deineni Gotte. Diese längst ausgesprochene Forderungen, die — traurig genug, daß es so ist! — in Israel immer noch von Neuem wiederholt und in Erinnerung gebracht werden können, ohne daß man annehmen dürfte, daß sie durch ihre Erfüllung und Verwirklichung bereits gegenstandslos geworden wären, sollen wir an dein heiligen Gedächtnistage uns vor Augen führen und in ihrer Anerkennung bezeigen unsere Demütigung und Reue vor Gott. Wenn unter den vielen Menschen, die dem Kreise der Bessergesinnten angehören, auch nicht ein jeder gerade für ein Muster von Edelsinn, Herzensgüte, Seelengröße und Gesinnungshoheit angesehen werden möchte, auf ein Lob wird er doch nicht gerne verzichten wollen, auf das der Rechtschaffenheit. Wohlthätig kann nicht jeder sein;, für das Heil seiner Mitmenschen zu sorgen und zu wirken, ist nicht von jedermann zu verlangen. Man hat mit sich selbst schon genug zu thun, wenn man allen den mannigfachen Pflichten, die das Leben mit sich bringt, Nachkommen will. Auch kann nicht jeder die großen Kenntnisse, die vielseitige t •' 'fifrWirr-iilrvif-vfSfii

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