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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1886-09-01 · Heft 9 (1.9.1886) · p. Seite 212

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
6 (1886)
Issue
Heft 9 (1.9.1886)
Date
1886-09-01
Page
Seite 212 (sequence 20)
Language
German
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7 — 212 — Rabbiners Fasset, Namens Ster^nye, welcher genügende rabbinische Kenntnisse und Routine hat, um sich einer solchen Aufgabe zu widmen. Wie derselbe , überhaupt über jüdische Reformen denkt, wissen wir nicht, er hat darüber ttte ■ irgend etwas veröffentlicht. Die in dieser Angelegenheit gedruckt erschienen Memoranda an daskkniglich ungarische Ministerium, sind farblos und entsprechen nur dem Zweck, den hohen Leitern des Landes kund zu geben, daß die neue Rcformgeweinde rein im Geiste der ächten ungarischen Nationalität herangebildet werden soll. — Aus Papa schreibt man uns: Der vor einem Jahre in Angriff genommen,: Bau einer hiesige» Mädchenschule ist vollendet. Dieses Gebäude dient nicht i ur als Zierde der hiesigen Stadt, sondern entspricht auch vollkommen bent Zwecke als eine Schule für beinahe 600 Mädchen, welche die hiesige jüdische Volksschule besuchen. Besonders zweckmäßig und imposant ist das Stiegenhaus. Die auf 18000 fl. sich belaufenden Kosten dieses Baues werden succesiv aus dem Gemeindebudget alljährlich abgetragen werden. Seit dem Beginne dieses Baues ist hier in Angelegenheit der Borstandswahl zwischen Vorstand und Repräsentanz ein Zwist ausgebrochen, der noch immer die proceßführenden Parteien so auseinander hält, daß in diesen! Jahre noch keine Repräsentantensitzung einberufen lvurde. Wenn in einer Ehe nichts als Zwist und Zank herrscht und diesem Ehepaare indeß ein Kind bescheert wird, so nennt man ein solches Kind unter den Juden: „den Friedensstifter" (Schalommacher). Diese Eheleute pflegen sich im Hinblicke auf das beiden so theure Kind zu versöhnen. Möge dieses auch mit dem neuen Schulhause der Fall sein, welches von beiden Parteien mit Lust und Liebe veranlaßt und gliicklich vollführt wurde. — Der israelitische Friedhof in Leutlcha» wurde durch ruchlose Hände verwiistet. — In Grinsing bei Wien wurden am 12. Juli der jüdische Kaufmann Anselmo Milhetm und dessen Frau Louise mißhandelt, weil Ersterer die seine Frau berührende Aeußerung: eine Christin, welche einen Juden heirate sei eine Metze, nicht ruhig hinnahm. — Der neue Bischof von Grohwardein, Herr Arnold Apolyi, sprach bei seinem Einzuge zu einer Deputation der israelitischen Gemeinde auch folgende mitteilenswerte Worte: „Ich freue niich sehr über Ihre herzliche Aufmerksamkeit und empfangen Sie hier meinen wärmsten Dank. Ich ehre und schätze Sie, weil Sie an ihrem alten Glauben festhalten. Wir stehen ja auf einer uüd derselben religiösen Offenbarung, bei deren Verleugnung die Menschheit sicherlich in den Wellen des Materialismus ihr Grab finden würde. — D§r Bischof von Tariiow. Herr Labo«, ein überaus liberaler und frommer Manu, passirte auf seiner ersten Rundreise am 23. Juni die Stadt Dembica, wo er von der christlichen und jüdischen Bevölkerung feierlichst begrüßt wurde. Hier sprach er sich über die Juden in längerer Rede in Gegenwart einer bedeutenden Volksversammlung lobend aus, indem er hervorhob: Es freue ihn, hier auch Vertreter bei* israelitischen Kultusgemeinde zu seiner Begrüßung wahrzunehmen. Er setzte i,en Zusammenhang der jüdischen und christlichen Kirche, welch' letztere auf den Grundfesten der mosaischen Lehre beruhe aus einander und betonte am Schluffe, daß daraus allein schon der mahnende Ruf für ein friedliches Nebeneinanderleben hervortöne, um jede Racenanfeiiidung und Verkümmerung des socialen Lebens zu ersticken. — In Lille starb Herr Oberrabbiner Benjamin Lipman. — Die französische Regierung hat Herrn Ingenieur Goldenstein mit dem Bau der Senegal-Eisenbahn, roelche die Kiiste des Atlantischen Oceans mit den Ufern des Niger verbinde» soll, betraut. — Bei der Trauung des Advokaten Keistlinyer in Pari« im Tempel in der Ru« ä« la Victoire war der Präsident der französischen

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