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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1886-08-01 · Heft 8 (1.8.1886) · p. Seite 172

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
6 (1886)
Issue
Heft 8 (1.8.1886)
Date
1886-08-01
Page
Seite 172 (sequence 3)
Language
German
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— 172 — sehens wieder in die alte allgemeinen Gerechtigkeit noch so hell uns aufleuchten. Aber wir haben keine Nacht und Finsternis zu. ie trüben Schatten, die vor diesem Lichte fliehen, schmucken, seinem Namen in die weiten Völkerkreise ersprießen, aus der auch rm Dunkel, in der Fäll Nacht zurück, niag auch zur Zeit die Tagessonne der ürchten, wenn in Israel das Licht der ewigen Wahrieit, des erhabensten Glarbens, des rechten Gottessinnes rein und voll erstrahlet. dem Reiche abgeschiedener Dunkelheit entsteigen, werden es wird das Haupt Israels mit einer Ehrenkrone einen höheren Glanz verleihen, es wird hinausdringen und auf den Gefilden, auf denen die giftige Frucht des Zwistes und des Hasses großgezogen, wird die Frucht edler Menschenliebe Israel reicher Segen erblüht. Suchen wir nur nicht ung und Täuschung unser Heit: es könnte dann dahin Hll Ul uti uuu Jtuu(u;uuij ui(|u vv tvmivv kommen, daß wir allein als die Getäuschten Zurückbleiben und die Wahrheit anderswo heimisch geworden ist und das könnte gar unheilvoll für uns werden. Gott mit uns und wir bei ihm! Meinen wir nur nicht, daß Frömmigkeit und Gottesfurcht eine so leichte Sache sei. Meinen wir nur nicht, daß wir damit die wahre Religion besitzen, wenn wir das äußere Gefüge des Judentums hergestellt, das alte Mauerwerk desselben wieder übertüncht und ausgebessert haben, daß da die Lücken und Risse nicht sichtbar werden. Wenn da die! Seele des Judentums fehlt, wenn das Haus Israels noch immer leer ist, bar des göttlichen Geistes, der da seinen dauernden Wohnsitz haben soll oder gar hinter diesen altersgrauen Mauern nur die neue Gottlosigkeit sich verschanzt und verbirgt, dann ist das Judentum zum Heidentuni geworden. Wir sind die Bundesgenossen unserer grimmigsten Widersacher, wenn wir die Geistesmacht des Judentums lahmlegen, slf unter dem Schutte alter Trümmer, die wir aufrichten, zu begraben suchen und ibesser können wir unseren geschworenen Feinden nicht in die Hände arbeiten, als wenn wir der Finsternis, in die sie uns hineinführen wollen, die Thore öffnen, sie wieder zurückrufen, weil man in dem lieben Dunkel so recht unsichtbar bleiben kann. Dahin werden uns die Völker wahrlich nicht folgen, und wir werden ies nur zu spät bereuen, daß wir uns in einer Zeit, in der Annäherung und Einigung zu erstreben war, von ihnen entfernt und abgesondert haben. Schneidet Israel sich mit eigener Hand die Wurzel ab, daun kann es denen, die ihm den Garaus machen möchten, lange nicht mehr so schwer werden, den Stamm unserer Glaubensgemeinde umzubrechen und niederzuwerfen. „Im Norden öffnet sich ein finsterer Abgrund für Israel und Verderben geht von dort aus, das Iseinen Weg durch alle Länder zu nehmen droht". Es ist als ob der Prophet diese Worte für unsere Zeit geschrieben hätte, diese alte Weissagung in unseren Tagen sich erfüllen wollte. In dem Reiche, in welchem so manchem das Leben heiß gemacht ist, sahen wir den glühenden Herd, der einst dem Seher von Anatot vor Augen gestanden, dort sahen wir die Brandfackel des Hasses sich entzünden, die Feuerflamme der Verfolgung hell aufflackern und ihr blutigroter Schein erhellte schaurig den Himmel über unserem Haupte und noch ruht der Sturm nicht, der die vielen Funken, die da umherfliegen, weiterträgt und zur verheerenden Flamme anfacht. Wenn wir auch nichts thun können, um solch' blindem Wahne, der an die schlimmste Zeit des Mittelalters erinnert, Einhalt zu thun eines können wir, müssen wir thun, wir sind eS unserer Ehre, unserer Zukunft schuldig, die wir wahrlich doch nicht preisaeben möchten. Wir müssen rein dastehm, rein vor Gott und vor uns selbst. Man darf nicht darauf Hinweisen können, daß Israel durch sein Thun und Streben gerechten Unwillen erregt, nicht sägen dürfen, daß der Haß gegen Israel erklärlich und

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