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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1886-06-01 · Heft 6 (1.6.1886) · p. Seite 139

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
6 (1886)
Issue
Heft 6 (1.6.1886)
Date
1886-06-01
Page
Seite 139 (sequence 19)
Language
German
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139 das Genie des Verkehrs, sein einziges Streben ist die Verkürzung seines Nebenmenschen. Er hat die geringste schöpferische Kraft und in der That hat der Semite auch nicht die geringste Erfindung gemacht; dafür ist er ein Meister der Kunst des Ausbeutens, er versteht es den Arier für sich arbeiten zu lassen um mit dem Ertrage dieser Arbeit ei» luxuriöses Faulenzerleben zu führen."- „ Eine Geistesverwandschaft existirt zwischen den Orleans und den Juden. Beide beten das Gold an und dieser gemeinsame Kultus nähert sie einander. Die Orleans haben dem Golde stets eine ganz außerordentliche Bedeutung beigelegt. „Haben" ist für sie eigentlich eine Ergänzung des „Sein". Die Lösung der Judenfrage denkt sich Herr Drumont auf gewaltsame Weise. Er sagt, indem er: „Cherchez le juif“ zu seinem Grundsätze macht: „Ganz Frankreich wird mit Jubel dem Führer folgen, der gleichzeitig Rächer sein wird und der statt die französischen Arbeiter, wie die Männer von 1871 es thaten, zu bedrücken, die von Gold strotzenden Juden überfallen wird, um den rings um ihn herum versammelten Armen, die mit begehrlichen Blicken den Pactolus betrachten, der dem Inneren des aufgeschlitzten Semiten entquillt, zurufen zu können: „8i vous-avez besoin, ramassez!“ — „Wenn ihr braucht, so greift zu." — Herr Armand Bloch ist zum Rabbiner in Tlemlkn in Algier ernannt worden. — In Aik-en-Proyrner wurde am 8. Febr., wie der ,1^'llnivors laraslits« berichtet, unter großen Festlichkeiten in dem neurestaurierten jüdischen Gotteshause eine Orgel ihrer Bestimmung übergeben. Herr Rabbiner Weyl. welcher die Festlichkeit leitete, sprach über die Wichtigkeit der Musik im Gottesdienste. Wir sehen, die französische Orthodoxie ist nicht so orgelfeindlich wie die deutsche. — In Jlijjta wurde am 24. März eine Synagoge eingeweiht. — Herr Samuel Montag» in London will nach Rußland reisen, um in den großen polnischen Städten mit den Vorständen und Rabbinen über die Auswanderung russischer Juden persönliche Rücksprache zu nehmen. — In Sneek wurde am 27. März das Fest des fünfzigjährigen Bestehens der dortigen Synagoge mit großer Feierlichkeit begangen. — Die Anhänger der jüdisch-christlichen Sekte „Neu Israel" feierten jüngst in Jelilawetgrad das Jubiläum ihres sechsjährigen Bestandes. Das Fest fand in dem Bethause der neuen Glaubcnsgcmeinde statt. Die Brüder und Schwestern waren so zahlreich erschienen, daß das Bethaus sie alle nicht fassen konnte und viele vor demselben auf der Straße stehen mußten. Im Betsale befanden sich schwarz angestrichene Bänke und eine Kanzel für den Prediger. Die Andacht wurde mit Absingung der russischen Volkshymne unter Violin- und Harmonikabegleitung eingeleitet. Hierauf wurde das Evangelium in russischer Sprache verlesen. Von der darauf folgenden Rede waren die Zuhörer tief ergriffen. Zum Schlüsse wurden zahlreich eingelaufene Begrüßungstelegramme vorgelesen. Der Rechenschaftsbericht ergab, daß die neue Glaubensgemeinde sehr arm an Mitteln ist. Ein Festessen mit Musik und Tanz, dem viele Russen und orthodoxe Juden beigewohnt haben sollen, schloß die Feier der Sekte „Neu-Jsrael", die etwa 2000 Anhänger zählt. — Aus Zt. Petersburg wird gemeldet, daß ein neuer Ukas bevorstehe, wornach die Juden vom Militärdienste ausgeschlossen werden sollen. An Stelle der Militärpflicht soll eine äußerst drückende^Steuer eingeführt werden. — In Ht^manowske ertrank der Rabbiner Ch. I. Wolfmann und sein einziger Sohn Elia auf einer Reise bei Ueberfahrt über eine Brücke. — In Dalta fiel der Boden der Frauensynagoge am Vorabend des Purimfestes während des Gottesdienstes zusammen. Mehr als 60 Frauen wurden verwundet. — Am 7. März kam es zu Ausschreitungen der armen jüdischen Bevölkerung in Witebrlr gegen die reichen jüdischen Kaufleute. — Aus Minsk berichtet man: 12*

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