Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 6 (1886)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1886)
- Date
- 1886-05-01
- Page
- Seite 118 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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- Aleppo 1× ep/1047811
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den Obersten der ägyptischen Küstenwache, ein interessanter Fund gemacht, eine riesige Statue aus rotem Granit, die den König Pharao darstellen soll, der so viele Plagen über sein Land gebracht. Die Statue ist von oben bis unten mit zahllosen Hieroglyphen bedeckt. Nur die Nase hat durch die Jahrtausende stark gelitten. Arme und Beine sind prächtig gemeißelt. Zur Seite des Königs ist die Figur eines kleinen Kindes angebracht. — In ICrfatj in Syrien, nicht weit von Aleppo, befindet sich ein altes Gebäude, welches man als das Geburtshaus des Patriarchen Abraham bezeichnet. Eine arme arabische Familie besitzt dieses Grundstück und Juden wie Mohamedaner halten es für heilig. — In der Sadagurer-Klans in Tibenas kam es unter den Chassidim während des Gottesdienstes zu großen Schlägereien. Viele wurden verwundet. Die Ruhestörer wurden durch den Polizei-Meister in's Gefängnis abgeführt, der bei ihrer Entlassung unter Anderem etwa also zu ihnen sprach: „Man sagt Euch Juden nach, Ihr wäret gescheidt. Ich merke nichts davon. Während alle Andersgläubigen ruhig still und andächtig in den Bethäusern verweilen, der Christ in seiner Kirche, der Mohamedaner in seiner Moschee, schändet Ihr den Namen Gottes in seinem Hause durch Zank und Hader und Blutvergießen. — In Amerika will man einen mit Autorität ausgestatteten Landrabbiner erwählen, um der dortigen Zerfahrenheit ein Ende zu machen. Die Reformbewegung wird man damit nicht zu hemmen im Stande sein. — In Uew-Uork wird eine jüdische Universität gegründet, um der Schule in Cincinatti ein Gegengewicht zu bieten. — 3n Philadelphia wurde in der Person des Herrn Dr. Steinbad) das erste Mal ein jüdischer Arzt, am Hospital angestellt. — Ein Jude Namens Iadeck in Amerika, aus Pinne stammend, hat einen neuen Sprengstoff „Demonia" erfunden, welches an Wirksamkeit Dynamit übertrifft. Wir sehen, daß die Juden sich auch auf anderen Gebieten als auf dem des Handels hervorthun. — Die Gemeinde (Calrutta hat eines ihrer besten Mitglieder, Herrn Elias E,ra, verloren, der 1884 in der indischen Hauptstadt, um seinen Vater zu ehren, eine herrliche Synagoge erbauen ließ. M i 11 eikun g e ir. Zur Feier des hundertjährigen Geburtstages Ludwig Dörne's (6. Mai 1886) ist erschienen: Ludwig Börne (1786—1837) von Conrad Alberti (Leizig. Verlag von Otto Wigand. 1886.) Die Frankfurter Judengasse, die jetzt gefallen, hat in der jüdischen Geschichte vier Gestalten erzeugt, welche heute noch mehr oder weniger richtunggebend und wegweisend für gewisse Kreise geblieben sind. Rothschild, das Finanzgenie, Ludwig Börne, der Mitbegründer der deutschen Journalstik, Moses Sofer, der Vater der Neuorthodoxie und endlich Abraham Geiger, den Mendelssohn unscrs Jahrhunderts. Alberti führt uns in lichtvollen Zügen das Leben und Wirken Äörne's vor, der in einer Zeit in der Judengasse Nr. 118 das Licht der Welt erblickte als das Judentum in toten« Formelkram bestand, als die Börse der Tempel gewesen und die Metalliques als Gcsetzrollen galten, als den meisten Juden durch die Verhältnisse jedes Verständnis für geistige Bestrebungen völlig mangelte und eine geistige und gemütliche Anregung nicht leicht zu finden war. Lob öarulh hatte viel zn fämpfcn; denn die Menschen ertragen wohl, wie Alberti richtig hervorhebt, daß ein anderer höher stehe als sie, nicht aber daß er größer sei als sie, wie ja auch heute noch Herr v. Treitschke gegen Börne zu Felde zieht, als hätte