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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1886-02-01 · Heft 2 (1.2.1886) · p. Seite 46

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
6 (1886)
Issue
Heft 2 (1.2.1886)
Date
1886-02-01
Page
Seite 46 (sequence 22)
Language
German
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r^f 46 — 1 Seite her kam, von welcher sie Niemand erwartet hätte, von den Juden nämlich; allein, die Juden in Amsterdam gaben 40,000 Gulden. — Die Kibliotheca i'osen- Ihaliana in Amsterdam, eine Abteilung der dortigen Universitäts-Bibliothek, hat von Herrn Saran <6. von iinfrntljnl einen Sidur, Gebetbuch nach italienischem Ritus zu Maniua 1571 auf Pergament gedruckt, zum Geschenk erhalten. Der Zensor Giovanni Dominico Caretti hat im Jahre 1618 in demselben Stellen, die ihm antichristlich schienen, mit Tinte bestrichen oder wegradirt. —Von Dr. A. Iammter's Mifchnajoth, hebräischer Text mit Punktation nebst deutscher Uebersetzung und Erklärung, ist die vierte Lieferung (Berlin, fj. Zhkowsky) erschiene». — In dem „Papyrus Erzherzog Rniurr" befindet sich ein in hebräischen Quadratlettern geschriebener z Brief aus dem Anfänge des neunten Jahrhunderts, welcher, nebstdein daß er als das älteste arabische Schriftstück eines Inden von großer Wichtigkeit ist, für die Bestimmung der arabischen Laute in jener Zeit, als nach dem Gehörten wiedergegeben, von unschätzbarem Werthe ist. — Die Herren Äosef und Hartwig Derenbourg in Paris veröffentlichen unter dem Titel „dlouvvllvs slustss sur l’epigraphie du Yemen“ die sabäischen und himjarischen Denkniäler, welche sich im Louvre daselbst befinden: — Bei dem jüngsten Schriftstellertage in Berlin hielt Herr Prof. Richard Gosche aus Halle einen Vortrag über „die Anfänge des jüdischen Schriftstellertums in Berlin" in welchem er den jüdischen Geist glorificirte. Der Redner betonte, daß ziemlich gleichzeitig mit der Aufnahme der französischen Uet'ugiäs auch den Juden der Eintritt in Berlin vom , Großen Kurfürsten gestattet wurde. Im 18. Jahrhundert, so erzählt er, wunderte durch das Rosenthaler Thor, das einzige, den Juden gestattete, auch Moses der Sohn Mendels ein, der bald mit Lefsing und Nicolai die Litteratur beherrschte, um die bald alles, was auf litterarische Bedeutung Anspruch machen wollte, sich gruppierte.; Im Verlauf seines Vortrags feierte Gosche Uahel Leo!» als die geistreichste Frau,; in deren Salon sich alles, was Namen hatte, versammelte, die jenen pikanten Conversationston geschaffen, der das Charakteristikum der modernen Litteratur geworden ist. Herr Prof. Gosche stellte die These einer Berliner Rasse auf, zusammengesetzt aus Plattdeutschen, Franzosen und Juden. Wenn man Berolinum umstellt, schloß der Redner, so haben wir ein lumen orbi, eine Leuchte für die Welt, und diese Leuchte wird nur glänzen von Berlin aus, wenn jene drei Bestandteile vereint bleiben. — Herr Pfarrer Wal; in Thailsingeii schreibt in einem Aufsatze „Wh. Georg Haman des Magus des Norden" (Kirchliche Monatsschrift von Pfeifer und Je pp Jahrg. IV. Heft 9. S. 655). Die ganze Geschichte des. jüdisches! Volkes ist ein lebendiges, Geist und Herz erweiterndes Elementarbuch aller historischen Litteratur im Himmel und auf Erden und unter der Erde, ein diamantener fortschreitender Fingerzeig auf die Jubelperiode und Staatspläne der göttlichen Regierung über die ganze Schöpfung von ihrem Anfang bis zu ihrem Ausgang. Das prophetische Rätsel einer Theokratie spiegelt sich in den 1 Scherben dieses zertrümmerten Gefäßes >vie die Sonne in den Tröpflein ans dem Grase, das auf niemand harret. In der biblischen Geschichte ist eine Weissagung,» die durch alle Jahrhunderte geht und in der Seele jedes Menschen erfüllt wird: Der Jude ist der Edelmann des menschlichen Geschlechtes, sofern er seiner wahren Bestimmung treu verbleibt. Jeder Jude ist ein Wunder der göttlichen Vorsehung, Regierung und Staatskunst, mehr als Noahs Kasten, Lots Weib und Moses brennender Dornbusch. 1 1, A

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