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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1886-01-01 · Heft 1 (1.1.1886) · p. Seite 23

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
6 (1886)
Issue
Heft 1 (1.1.1886)
Date
1886-01-01
Page
Seite 23 (sequence 23)
Language
German
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23 Von bem Schulbuche des Herrn Rabbiner Dr. G Kolk in Proßnih ist der Teil „Biblische Geschichte für die israelitischen Volksschulen" in fünfter revidierter Auflage (Wien, Alfred Holder, Preis 50 Kr.) erschienen. Dieses ausgezeichnete Lehrbuch erfreut sich seit 12 Jahren ^des vollsten Beifalls anerkannter Schnlmänner und verdient daher zur Einführung auf's Wärmste empfohlen zu werden. Dasselbe gilt von dem in dreißigster Auflage erschienenen Religionsbuche Jesode ha-Ehora, Glaubens- und Pflichtenlehre für israelitische Schulen von dem weiland Herzoglichen Landesrabbiner zu Bernburg Dr. K. Herrheimer (Leipzig, Verlag der Roßbergischen Buchhandlung. Preis 1 Mark.) — Von der Geschichte der Erziehung und des Unterrichts bei den Israeliten von p. Straßburger ist die nennte letzte Lieferung erschienen. «Stuttgart, Verlag von Levy & Mulle r.) Dieselbe enthalt orientierende Register und eine Bibliographie der jüdischen Pädagogie in chronologischer Ordnung. — Bon Herrn De. Joachim llnger, Rabbiner in Zg'nu ist erschienen (bei Anton Bayer) „Ein kaiserliches Trostwort. Festrede zur Feier des fünf und fünfzigsten Geburtstages deiner Majestät des Kaisers Iran; Joseph I. gehalten am 13. August 1885". Diese zeitgemäße Rede hat Herr Dr. Unger anläßlich der 2,5. Jahreswende seiner Amtsthätigkeit der Gemeinde Jglau gewidmet. Referate. Jum hundertjährigen Tadestage Moses Mendelssohns. Moses Mendelssohn und seine Kamille von Dr. Adolph Kohnt. (Dresden und Leipzig, E. Pierson's Verlag 1886. Preis 3 Mark.) Das Leben Mendelsohns und seiner Familie, das der Verfasser, ein gewandter Literarhistoriker, in sechzehn Abschnitten lichtvoll behandelt, wird gerade jetzt, wo man sich anschickt, den hundertsten Todestag des edlen Weisen zu begehen, recht willkommen sein und darf darum auf weite Verbreitung rechnen, zumal Herr Dr. Kohnt es verstanden hat, ans dem reichen hierüber vorhandenen Material das Charakteristische der einzelnen Persönlichkeiten klar hervorzuheben, in denen sich die Zeit und namentlich die religiösen Strömungen so wunderbar abspiegeln. Man liest diese Schrift mit stets wachsendem Interesse, da die einzelnen uns vorgeführten Bilder belehrend, anziehend und spannend gehalten sind. Wir wollen hier nur Einzelnes, was in unserer Zeit nicht genug betont werden kann, hervorheben, so namentlich daß Moses Mendelssohn die Heuchler und Zweizüngigen in der Religion ungemein verhaßt waren. Für den Abtrünnigen, der offen und frei handelt, suchte er, wenn der Schritt geschehen war, Entschuldignngsgründe, während er den Scheinheiligen verachtete, ganz im Sinne seines großen Freundes Lessing, der sagte: „Der Mann, der bei drohenden Gefahren der Wahrheit untren wird, kann die Wahrheit doch sehr lieben und die Wahrheit vergiebt ihm seine Untreue um seiner Liebe willen. Wer aber nur darauf denkt, die Wahrheit unter allerlei Larven und Masken an den Mann zu bringen, der mochte wohl ihr Kuppler sein, nur ihr Liebhaber ist er nie gewesen. Ich wüßte kaum etwas Schlechteres als einen Kuppler der Wahrheit." Sehr lehrreich sind die Worte Mendelssohns im Bezug auf Vertreibung der Juden, „die Vertreibung ist für einen Juden die härteste Strafe, mehr als bloße Landesverweisung, gleichsam Vertilgung vom Erdboden Gottes, auf welchem das

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