Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 6 (1886)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1886)
- Date
- 1886-01-01
- Page
- Seite 22 (sequence 22)
- Language
- German
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Herzegowina leben in Serajewo bei einer Einwohnerzahl von 26,268 Seelen 2618 Juden. Weiters zählte man in Banjaluka 327, in Bihac 134 in Dolna- Tnzla 134 und in Travnik 425 Inden. Mostar hat bei einer Einwohnerzahl von 12,665 Seelen nur 98 Inden. Mit wenigen Ausnahmen sind die Inden der beiden Länder Sephardim. — Bei der jüngst in Conllantinapel vorgenommenen Volkszählung'wurden 44361 Inden (darunter 21967 Frauen) konstatirt. — In Salonilii ist'jüngst in der Person des (flmiut Joffe ein neuer Messias aufgetreten. Der Hcilsbedürftige befindet sich für seine Schwärmereien jetzt im Kerker. mi 11 ei T ttnge n. Bon der Zeitschrift des Deutschen Palästina-Hereins ist das dritte Heft des achten Bandes erschienen. Ein.Palästina-Museum in Jerusalem ans Kosten des Vereins zu erwerben und zu erhalten bleibt von der Erlangung eines hiezu geeigneten Gebäudes in Jerusalem abhängig. Herr Professor Dr. 411. A pentimmi ist mit grosser Hingabe für die Zwecke des Vereins in Palästina thätig gewesen, ebenso Herr Ad. Trei. Herr G. Schumacher in Haifa ist mit der Herstellung einer wichtigen Karte betraut. Interessant ist der mitgeteiltc Brief des gegeinvürtigen Hohenpriesters der Samaritaner Jnlrub ibn Harum, nach dem diese alte Sekte gegenwärtig 53 Männer, 46 Weiber, 36 Knaben und 16 Mädchen zählt, im Ganzen 154 Seelen. Gegen das Jahr 1853, wo Prof. Petermann 122 Seelen angab, ist ein Zuwachs von 29 Seelen zu verzeichnen. — Von den Schriften des „Jnstitiiium Judaicum" in Leipzig ist Nr. 7, enthaltend „die Bibel und der Wein. Ein Thirza-Bortrag von Tran; Delitzsch" erschienen. Der Verein, in welchem dieser Vortrag gehalten wurde, ist der Versöhnung der Gegensätze gewidmet und stellt Abwehr des Antisemitismus und wohlwollenden Gedankenaustausch über die zwischen Jndentum und Christentum obschwebenden Fragen in den Vordergrund seiner Bestrebungen. Delitzsch verstand es, die Weinbilder, von denen die heilige Schrift durchzogen ist,, in ein anschaulich lebendiges Gesainmtbild zusammenzufassen. Interessant ist die Mitteilung, daß jetzt noch da, wo in Palästina Wein gebaut wird, die Zeugnngskraft der' Natur eine riesige sei. So erzählt der Missionär Stephanus Schult;, daß er Trauben bis Zn 12 Pfund schwer und mit pflaumengroßen Beeren angetroffen; im siidlichen Libanon fand er einen 30 Fuß hohen Weinstock, dessen Reben eine mehr als 50 Fuß lange und breite Laube bildeten. Der im Nachworte geführte Nachweis »ach Mitteilungen eines rheinischen israelitischen Freundes, daß zu der im Jahre 1883 aufgefundenen Kirchenordnung, wo ein Gebet lautet: „Wir danken dir unser Vater für den heiligen Weinstock deines Knechtes David, welchen (Weinstock) du uns kund gethan durch deinen Knecht Jesus" sich eine Parallele im Tärgum, zu den Psalmen 80, 17, 18 findet, nämlich: Elohim Zebaoth kehre doch nun wieder, blicke vom Himmel und siehe und gedenke in Barmherzigkeit deines Weinstockes und des Setzlings, den deine Rechte gepflanzt hat und an den König Messias (malka mesehieha) den du dir gefestigt, zeigt von Neuem, wie ohne genaue Kenntnis der jüdischen Literatur auch die Kirchengeschichte nicht erfolgreich getrieben werden kann. Auch Berachoth 57 a: „Wer eine Edelrebe im Traume sieht, darf des Messias gewärtig sein, denn es heißt.1. M. 99, 11 „Er bindet an den Weinstock sein Fohlen und an die Weinreben seiner Eselin Junges" hängt hiemit, wie ein anderer jüdischer Gelehrter meint, zusammen. —